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Manfred Bühler: Regierungsrat oder Nationalrat?

Im Rennen um die zwei freiwerdenden Berner Regierungsratssitze dürfte sich diese Woche einiges klären. Mögliche Kandidaten hielten sich am Montag aber noch bedeckt.

Adrian Amstutz, SVP: 163'425 Stimmen, wiedergewählt (bisher)
Adrian Amstutz, SVP: 163'425 Stimmen, wiedergewählt (bisher)
Keystone
Albert Rösti, SVP: 150'656 Stimmen, wiedergewählt (bisher)
Albert Rösti, SVP: 150'656 Stimmen, wiedergewählt (bisher)
Iris Andermatt
Aline Trede, Grüne: 49'027 Stimmen, abgewählt (bisher)
Aline Trede, Grüne: 49'027 Stimmen, abgewählt (bisher)
Keystone
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Im Rennen um die zwei freiwerdenden Berner Regierungsratssitze dürfte sich diese Woche einiges klären. Mögliche aussichtsreiche Kandidaten hielten sich am Montag aber noch bedeckt.

Die bernischen Stimmberechtigten wählen am 28. Februar 2016 zwei neue Regierungsmitglieder - als Ersatz für die Sozialdemokraten Andreas Rickenbacher und Philippe Perrenoud. Das rot-grüne Lager will beide Sitze und damit die Mehrheit in der siebenköpfigen Regierung verteidigen, die Bürgerlichen streben die Wende an.

Beste Aussichten auf die Wahl hätte SVP-Grossrat Manfred Bühler aus Cortébert. Er wäre der Kronfavorit für den garantierten Sitz des Berner Juras.

Bühler und Bernasconi denken nach

Doch seit Sonntag steht Bühler vor einem Dilemma: Er wurde in den Nationalrat gewählt und stellte sicher, dass der Berner Jura weiterhin unter der Bundeshauskuppel vertreten ist. Verzichtet er aufs Nationalratsamt, ist seine Region den Sitz los, den sie seit 1848 praktisch immer hatte.

«Ich muss jetzt die Lage zusammen mit meiner Partei analysieren», sagte Bühler am Montag der Nachrichtenagentur sda. «Dafür gebe ich mir 72 Stunden Zeit.» Spätestens am Donnerstag werde er seinen Entscheid kommunizieren, «bis dann herrscht Funkstille».

Nicht in die Karten blicken lässt sich auch der bernjurassische SP-Grossrat Roberto Bernasconi, der auf der Nationalratsliste der SP Frankophone das beste Resultat erzielte. Natürlich stehe eine Kandidatur im Raum, doch er habe noch Zeit, sagte er auf Anfrage. Die bernjurassische SP entscheide erst am 18. November. Dass Bühlers Entscheid eine wichtige Rolle spielt, liegt auf der Hand.

Aebischer und Allemann mit starkem Ergebnis

Auch andere mögliche Bewerber halten sich bedeckt. Bei der SP sind dabei alle Blicke auf die glanzvoll wiedergewählten Nationalratsmitglieder Matthias Aebischer und Evi Allemann gerichtet. Beide holten viele Panaschierstimmen - eine ideale Voraussetzung für eine Regierungsratskandidatur.

Die SP wolle die beiden Sitze im Regierungsrat bekanntlich verteidigen, sagte Aebischer auf Anfrage. Nun gelte es, die richtigen Schlüsse aus den eidgenössischen Wahlen zu ziehen. Der bestgewählte Berner SP-Nationalrat wies darauf hin, dass er sich in der grossen Kammer sehr wohl fühle und die Wähler offensichtlich seine bisherige Arbeit im Bundeshaus honoriert hätten.

Zu den möglichen Kandidatinnen zählt auch SP-Nationalrätin Evi Allemann. Sie verhehlte nicht, dass sie das Regierungsratsamt für attraktiv hält. «Ich werde mich eingehend damit beschäftigen», sagte sie. Die Frage gelte es mit Partei und Familie zu diskutieren. Für den Entscheid gibt sie sich etwa einen Monat Zeit.

Offene Fragen bei SVP und FDP

Die bürgerlichen Parteien müssen ihrerseits klären, ob sie die Wende mit einer oder mit zwei Kandidaturen anstreben wollen. Bei einer Einerkandidatur ist der Anspruch der SVP unbestritten, bei einem Zweierticket ist die Parteizugehörigkeit des zweiten Bewerbers noch zu klären.

So oder so, bei der SVP haben bislang drei Politiker ihr Interesse bekundet: Die Grossräte Jürg Iseli und Mathias Müller sowie Jolanda Brunner, die Präsidentin der SVP Frauen Kanton Bern. Iseli kandidierte auch für den Nationalrat, schnitt aber mit Platz 20 enttäuschend ab.

Rösti winkt ab

Oft genannt wurde der Name von Albert Rösti, der als Nationalrat wiedergewählt wurde und noch entscheiden muss, ob er in eine Ständerats-Stichwahl steigt. Er steht als Regierungsratskandidat definitiv nicht zur Verfügung, wie er der sda auf Anfrage sagte.

Denkbar ist hingegen die Kandidatur eines FDP-Mitglieds. Laut Parteipräsident Pierre-Yves Grivel treffen sich die Parteipräsidenten von FDP, SVP, BDP und EDU Mitte dieser Woche zu Gesprächen. Im September hatte Grivel erklärt, im Fall eines bürgerlichen Zweiertickets stünde nebst der SVP- eine FDP-Kandidatur im Raum.

Der abtretende BDP-Präsident Heinz Siegenthaler setzt sich bekanntlich ebenfalls dafür ein , dass SVP, FDP, BDP und EDU gemeinsam die bürgerliche Wende anstreben. Ob ihm die Partei folgt, wird sich weisen. Bei den Nationalratswahlen hatte sich die BDP Richtung Mitte-Parteien orientiert, was ihr aber den Sitzverlust nicht ersparte.

(SDA)

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