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Polizei löst beide Sitzblockaden beim AKW Mühleberg auf

Mit Sitzblockaden haben gut 50 Aktivisten am Sonntag in Mühleberg gegen die geplante Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks protestiert. Die Polizei liess die AKW-Gegner zunächst gewähren, ehe sie am Nachmittag einschritt.

Die Polizei beginnt mit der Räumung der zweiten Blockade.
Die Polizei beginnt mit der Räumung der zweiten Blockade.
Leserreporter
Gegen 80 Leute blockieren seit dem frühen Sonntagmorgen die Zufahrtsstrasse zum AKW Mühleberg.
Gegen 80 Leute blockieren seit dem frühen Sonntagmorgen die Zufahrtsstrasse zum AKW Mühleberg.
Keystone
Medienfotografen sind auch schon vor Ort.
Medienfotografen sind auch schon vor Ort.
Philip Reynolds
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Sie führte 12 Männer und 14 Frauen weg, die beim Wasserkraftwerk die Strasse Richtung AKW versperrt hatten. Die Teilnehmenden leisteten beim Polizei-Einsatz nach übereinstimmenden Berichten von Aktivisten und Polizei keinen Widerstand.

Die Aktivisten wurden nach einer Befragung wieder auf freien Fuss gesetzt. Sie werden verzeigt wegen Störung des öffentlichen Verkehrs, Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung und wegen Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen.

Eine zweite Blockade bei der Verzweigung Atom-/Wasserkraftwerk hoben die Aktivisten laut Polizei selber auf. An diesem Punkt hatten sich mehrere Dutzend AKW-Gegner am Sonntag morgen um 7.15 Uhr versammelt. Sie blockierten die Zufahrt zum AKW, um die «unsinnigen Nachrüstungs- und Revisionsarbeiten» lahmzulegen.

Polizei zu Beginn zurückhaltend

Die Polizei machte die Teilnehmer der Aktion auf die Illegalität ihres Handelns aufmerksam, hielt sich danach aber im Hintergrund auf. Sie schritt erst ein, nachdem ein Teil der Aktivisten beim Wasserkraftwerk die zweite Blockade errichtet hatte.

Der Energiekonzern BKW als Mühleberg-Betreiber reagierte gelassen auf die Aktion. An einem Sonntag habe die Blockade keinen grossen Einfluss, sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla bei einem Augenschein vor Ort.

Für die BKW sei es es aber wichtig, «dass unsere Leute in Ruhe arbeiten können». Schliesslich setze man alles auf ein sicheres AKW.

«Gewaltfreier Widerstand»

Die Aktivisten betonen, es handle sich um eine gewaltfreie Form des Widerstands. Die Aktion solle daran erinnern, dass das AKW Mühleberg trotz Revisionsarbeiten «lebensbedrohliche Mängel wie Risse im Kernmantel» aufweise. Deswegen seien mindestens 500'000 Menschen im Umkreis des Werks akut bedroht.

Die Gruppierung «Mühleberg aussitzen» ging aus der Protestbewegung hervor, die im Frühling wochenlang vor dem Sitz des Mühleberg-Betreibers BKW campiert hatte. Ihren Höhepunkt erreichte die Bewegung Anfang Juni, als gut 1000 Menschen an einer Kundgebung vor dem AKW Mühleberg teilnahmen.

SDA/met

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