Zum Hauptinhalt springen

Parlament bewilligt zähneknirschend mehr Geld

Das Zentrum Paul Klee in Bern erhält vom Kanton mehr Geld. Der bernische Grosse Rat hat am Dienstag aber nur zähneknirschend einer Erhöhung der Beiträge für die Jahre 2008 bis 2011 zugestimmt. Sein Ja knüpfte er auch noch an Bedingungen.

Während dieser Zeit erhält das ZPK 350'000 Franken mehr pro Jahr. Damit kommt die Institution auf jährliche Beiträge von insgesamt 6 Mio. Franken. Diesen Betrag hatte das Zentrum schon von Anbeginn an gefordert.

Allerdings ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht, wie die meisten Grossrätinnen und Grossräte am Dienstag unüberhörbar deutlich machten. Das Parlament stimmte deshalb einem Antrag der Steuerungskommission zu, wonach in den Jahren 2008 bis 2011 kein zusätzlicher Kantonsbeitrag aus ordentlichen Staatsmitteln mehr möglich ist.

Aus den Reihen der Bürgerlichen lagen Anträge vor, noch restriktiver mit den Beiträgen umzugehen. FDP und SVP wollten nur für zwei Jahre Geld sprechen. Die EVP wollte nur Geld für ein Jahr sprechen und verlangte, dass «das ZPK beim unrentablen Eigenveranstaltungsprgramm abbauen soll», wie Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) betonte.

Fixstern am Berner Kulturhimmel

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) strich die Bedeutung des ZPK hervor. Neben dem Freilichtmuseum Ballenberg sei das ZPK im Kanton Bern die einzige Kulturinstitution, die eine Chance habe in der Liga der grossen Häuser mitzuspielen.

50 Prozent der ZPK-Besucher stammten aus dem Ausland, die Institution sei also auch touristisch für den Kanton wichtig. Dieser Fixstern mit internationaler Ausstrahlung am Berner Kulturhimmel dürfe nicht einfach erlöschen, sagte Pulver.

In der Schlussabstimmung hiess das Kantonsparlament die Erhöhung der Subventionen mit 84 zu 53 Stimmen bei 10 Enthaltungen gut.

Opfer des eigenen Erfolgs?

Das Zentrum ist seit 2005 in Betrieb. Den stets steigenden Finanzbedarf begründete Stiftungsratspräsident, alt Regierungsrat Peter Schmid, damit, dass die Institution quasi Opfer ihres Anfangserfolgs geworden sei.

Im Eröffnungsjahr zählte es runde 300'000 Besucherinnen und Besucher. Die Subventionsbeiträge basierten auf diesen Zahlen. Als dann der Besucherstrom in den Folgejahren abnahm, klaffte ein Loch in der Kasse. Heute kommt das Zentrum auf rund 150'000 Besucher pro Jahr.

Kritiker geisselten diese Argumentation stets als politische Erpressung. Der Berner Stadtrat zückte erst kürzlich die gelbe Karte und wies einen Nachtragskredit von 660'000 Franken für das ZPK vorderhand zurück.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch