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Noch kein Lager für Rückbaumaterial von AKW Mühleberg in Aussicht

Im Jahr 2019 soll dem AKW Mühleberg der Stecker gezogen werden. Trotzdem wird es lange dauern, bis die teils stark radioaktiven Abfälle abtransportiert werden können. Unklar ist zudem, wo das Material des AKW-Rückbaus zwischengelagert werden soll.

Der Kernmantel des AKW Mühleberg.
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Grafik sas/ Quelle Ensi
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Man geht heute davon aus, dass die Kernkraftwerke eine Nachbetriebsphase von mindestens fünf Jahren haben. In dieser Zeit müssen die hoch radioaktiven Abfälle in so genannten Abklingbecken abgekühlt werden. Erst danach kann dieser Atommüll zwischengelagert werden.

Demnach werden die gefährlichen Abfälle in Mühleberg voraussichtlich im Jahr 2024 in Transport- und Lagerbehälter verpackt und ins Zwischenlager im aargauischen Würenlingen gebracht. Dort wird der Atommüll weitere rund 35 Jahre für die Tiefenlagerung vorbereitet.

Genug Kapazität, aber...

Das zentrale Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Zwilag) existiert seit dem Jahr 2000. Die dort gelagerten Abfälle stammen aus den fünf Schweizer Atomkraftwerken.

Werden die vier anderen Schweizer AKWs in den kommenden Jahren dem Beispiel Mühleberg folgen und die Stromproduktion ebenfalls einstellen, wird deren Atommüll ebenfalls in Würenlingen zwischengelagert werden.

Laut Jutta Lang, Sprecherin der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), ist dies kein Problem. «Das Zwischenlager ist so ausgelegt, dass es Platz für alle stark-, mittel- und schwach radioaktiven Abfälle der Schweizer Kernkraftwerke hat», sagte sie am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

...die Zeit rennt

Das mittel- und schwach radioaktive Material, das beim Rückbau des Mühleberger Kraftwerks zurückbleibt, kann aus Kapazitätsgründen aber nicht in Würenlingen gelagert werden. «Deshalb möchte die Nagra zwei Lager bauen: eines für schwach- und mittel radioaktive Abfälle und eines für hoch radioaktiven Atommüll», sagte Lang.

Nach derzeitigem Zeitplan sollte das erste Lager - für das Rückbaumaterial - im Jahr 2035 in Betrieb gehen. Weil der Rückbau eines AKW erfahrungsgemäss lange dauert, könnte im Jahr 2035 das Rückbaumaterial des Mühleberger AKW direkt in dieses Lager eingeliefert werden. Nur falls diese Planung nicht eingehalten würde, bräuchte es eine Übergangslösung, sagte Lang.

Die jüngere Vergangenheit zeigt aber, dass der Weg zu einem Atommülllager in der Schweiz lang und steinig ist. Seit vielen Jahren wird über ein Endlager nachgedacht. 2006 hatte der Bundesrat die technische Machbarkeit eines so genannten Tiefenlagers bestätigt.

Aufgrund des Sachplans «Geologische Tiefenlager» werden seither der geeignetste Standort gesucht und die gesellschaftliche Verträglichkeit geprüft. Der Standortentscheid dürfte zirka 2022 fallen. Ein allfälliges Atommüllager wird aber frühestens im Jahr 2050 in Betrieb gehen, wie die Behörden zuletzt betonten.

SDA/jzu

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