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Millionen für smartere Medizin

Die Berner Regierung will zusammen mit der Fachhochschule und Privaten ein neues Innovationszentrum für Design und Gesundheit realisieren. Dafür braucht es aber Geld und einen Standort.

«Bern soll zum führenden Medizinstandort der Schweiz mit internationaler Ausstrahlung werden», so die Vision von Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann.
«Bern soll zum führenden Medizinstandort der Schweiz mit internationaler Ausstrahlung werden», so die Vision von Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann.
Adrian Moser

Der Kanton Bern ist im Innovationsfieber. Erst vor zwei Monaten wurde mit dem Sitem-Insel der neue Hotspot für medizinische Neuerungen eröffnet, wo seither Medikamente, Methoden und Technologien erprobt und entwickelt werden. Schon am damaligen Festakt sagte SP-Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann, dass es noch mehr Potenzial gebe für diese Art von Innovationstempeln an der Schnittstelle von Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand. Gestern nun präsentierte er das nächste solche Vorhaben.

«Es geht nicht um die Frage, welche Farbe die Vorhänge in einem Spital­zimmer haben sollen.»

Christoph Ammann (SP)?Berner Volkswirtschaftsdirektor

Geplant ist ein Zentrum, in dem ab 2021 erforscht werden soll, wie Design in der Gesundheitsversorgung eingesetzt werden kann. Das Ziel ist auch hier der Übergang von der Theorie in die Praxis – also anwendbare Lösungen. «Es geht dabei nicht um die Frage, welche Farbe die Vorhänge in einem Spitalzimmer haben sollen», sagte Ammann an der Medienkonferenz. Vielmehr soll etwa untersucht werden, wie eine Verpackung aussehen muss, damit ein Medikament nicht verwechselt wird, wie das Spital der Zukunft gestaltet werden sollte oder wie durch Lichtkonzepte die Liegedauer von Patienten ver­ringert werden kann.

Grosses Interesse

Getragen wird das Zentrum von einer Aktiengesellschaft. Mit an Bord sind die Berner Fachhochschule, wo sich bereits seit Jahren eine Arbeitsgruppe mit dem Thema befasst, die Insel-Gruppe, die Universität Bern, die Krankenkasse Visana AG, die Girsberger AG, die Komform GmbH und die Lernetz AG. Laut Ammann ist das Interesse am neuen Zentrum gross. So hätten bereits 29 Unternehmen und Forschungsinsitutionen angekündigt, in irgendeiner Form mitmachen zu wollen, sagte Stefan Sulzer, Co-Projektleiter des Swiss Center for Design and Health. Konkreter wollten die beiden aber nicht werden.

Finanziert wird das Projekt analog dem Sitem-Insel. Die öffentliche Hand leistet in den ersten Jahren eine Anschubfinanzierung, anschliessend muss das Zentrum selbsttragend sein. Die Regierung beantragt dem Grossen Rat deshalb in der Wintersession 15 Millionen Franken für 2021 bis 2024 und 10 Millionen für 2025 bis 2028. Die Beiträge werden aber nur ausbezahlt, wenn sich auch der Bund im gleichen Umfang beteiligt.

Noch kein Standort

Wo das Zentrum angesiedelt wird, ist noch unklar. Irgendwo in der Agglomeration oder Stadt Bern soll es sein. Erst wenn der Grosse Rat die Betriebsbeiträge gesprochen habe und vom Bund «positive Signale» kämen, werde die Suche nach einem Standort intensiviert, so Sulzer. Klar ist, dass sich das Zentrum vorerst einmieten wird und eine Fläche von 8000 bis 12'000 Quadratmetern beansprucht. Das sind rund eineinhalb Fussballfelder.

Die Mietsituation dürfte laut Ammann sicherlich bis 2023 bestehen bleiben. Falls in dieser Zeit entschieden würde, anschliessend einen Neubau zu erstellen, dann würde sich die öffentliche Hand wie beim Sitem-Insel nicht an den Kosten beteiligen. «Und er würde nicht auf dem Insel-Areal zu stehen kommen», so Ammann. Zu knapp sind die Platzverhältnisse dort. Denn bereits bestehen auch Ideen für weitere solche Projekte. Etwa ein Sitem-Insel 2 oder ein Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen.

SDA/mb

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