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Kein Geld aus dem Sportfonds für Handballverein

Ein Damenhandballverein aus dem Kanton Bern erhält keinen Zustupf aus dem Sportfonds an eine Reise zu einem Europacupspiel im türkischen Izmir. Alles rechtens, urteilt nun das Verwaltungsgericht.

Für die Reise ans Europacupspiel in Izmir bekommt der Damenhandballverein keinen Zustupf aus dem Sportfonds.
Für die Reise ans Europacupspiel in Izmir bekommt der Damenhandballverein keinen Zustupf aus dem Sportfonds.
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Ein Damenhandballverein aus dem Kanton Bern erhält keinen Zustupf aus dem Sportfonds an eine Reise zu einem Europacupspiel im türkischen Izmir. Der Kanton Bern beschränkt die Beiträge auf Wettkämpfe auf dem europäischen Subkontinent. Alles rechtens, urteilt nun das Verwaltungsgericht.

Der Damenhandballverein hatte nicht die Verweigerung des Beitrags an sich angefochten, sondern die geografische Einschränkung, die der Kanton Bern vornimmt, indem er Beiträge nur für Spiele auf dem europäischen Subkontinent spricht. Izmir liegt im asiatischen Teil der Türkei.

Damit verletze der Kanton Bern die Rechtsgleichheit, monierte der Verein. Die Einschränkung führe dazu, dass ein Verein, je nachdem welches Team ihm zugelost wird, einmal vom Sportfonds unterstützt werde, ein andermal nicht.

Rechtsgleichheit gewahrt

Ausserdem sei die Reise nach Izmir weniger weit als etwa nach Island oder Finnland, die beide zum europäischen Subkontinent zählten.

Es möge durchaus zutreffen, dass die Reisedistanz innerhalb von Europa grösser sei als nach Izmir, räumte das Verwaltungsgericht ein. Doch selbst wenn damit im Einzelfall kostspieligere Reisen finanziert würden, verstosse dies nicht gegen die Rechtsgleichheit. Entscheidend für die Rechtsgleichheit sei vielmehr, dass die Regelung bei allen Gesuchstellern gleich angewandt werde.

Die für die Beiträge aus dem Sportfonds zuständige kantonale Direktion habe das geografische Abgrenzungskriterium bewusst gewählt, weil es klarer und nachvollziehbarer sei als etwa eine politische oder historische Abgrenzung, schreibt das Verwaltungsgericht in seinem Urteil weiter.

Europacup nicht gleich Europacup

Nicht zuletzt sprechen für das Verwaltungsgericht auch grundsätzliche Überlegungen für die vom Kanton gewählte Einschränkung: In einzelnen Sportvereinen oder -verbänden werde offenbar sehr unterschiedlich definiert, was unter einer europäischen Meisterschaft oder einem europäischen Cup zu verstehen sei. Je nach Sportart seien Teams aus Ländern weit ausserhalb von Europa zugelassen, etwa aus Israel oder Aserbeidschan.

Gerade mit Blick auf diese Unterschiede sei dem Kanton Bern zuzugestehen, dass er selber festlegen könne, welche Wettkämpfe er als «europäisch» gelten lässt.

Der Damenhandballverein hatte um einen Beitrag von etwas über 3700 Franken nachgesucht an die Reisekosten von fast 21'000 Franken. Das Spiel gegen Izmir im November 2014 konnten die Damenhandballerinnen aus dem Kanton Bern übrigens nicht für sich entscheiden.

SDA/ngg

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