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Jeder fünfte Zebrastreifen ist gefährlich

80 Prozent der Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen gelten baulich als sicher. Dies das Ergebnis einer Kantonsstudie. Beim Rest der Streifen besteht jedoch Handlungsbedarf.

Nur sieben Prozent der Zebrastreifen im Kanton Bern gelten als einwandfrei. Dazu zählen...
Nur sieben Prozent der Zebrastreifen im Kanton Bern gelten als einwandfrei. Dazu zählen...
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...der Fussgängerstreifen bei Gümligen...
...der Fussgängerstreifen bei Gümligen...
zvg
Auch schlecht steht es um den Fussgängerstreifen in Unterseen. Von der Kurve aus ist der Streifen nicht einmal zu sehen.
Auch schlecht steht es um den Fussgängerstreifen in Unterseen. Von der Kurve aus ist der Streifen nicht einmal zu sehen.
zvg
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Was letzten Juni begann, ist jetzt vollbracht: Alle 3072 Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen sind auf ihre Sicherheit überprüft. Baudirektorin Barbara Egger (SP) und die Projektverantwortlichen Daniel Baumann vom Verkehrsplanungs- und Beratungsunternehmen Swiss Traffic sowie Kreisoberingenieur Kurt Schürch vom kantonalen Tiefbauamt stellten gestern die entsprechende Studie vor.

Das Resultat kann sich sehen lassen. «Knapp 80 Prozent der Fussgängerstreifen auf kantonalen Strassen konnten baulich als sicher beurteilt werden», sagt Egger. Grund für die letzten Juni in Auftrag gegebene und rund 650'000 Franken teure Studie war die Häufung tödlicher Fussgängerunfälle im Herbst 2011.

Damals kamen auf Zebrastreifen neun Kinder und Erwachsene ums Leben. Zwar seien die Unfallzahlen dank Sicherheitsmassnahmen seit Jahrzehnten generell zurückgegangen, so Egger. Trotzdem verunfallten auf Schweizer Strassen auch heute täglich mehr als fünf Kinder. «Dies können wir nicht tatenlos hinnehmen», so Egger.

675 Streifen sind ungenügend

Die Untersuchung ergab, dass bei 20 Prozent der Fussgängerstreifen auf Kantonsstrassen Handlungsbedarf besteht. Im gesamtschweizerischen Vergleich sei dies zwar ein gutes Ergebnis, so Egger. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) weisen im ganzen Land etwa 50 Prozent der Zebrastreifen Sicherheitsdefizite auf. Doch auch 20 Prozent seien zu viel, so Egger. Denn in absoluten Zahlen ausgedrückt weisen auf den kantonalen Strassen 675 Fussgängerstreifen Sicherheitsdefizite auf. 500 dieser Streifen liegen an Schulwegen.

Die häufigsten Probleme sind laut Projektleiter Baumann ungenügende Sichtweiten der Autofahrer, fehlende oder schlechte Beleuchtung oder zu schmale Mittelinseln. Die Gesamtkosten für alle nötigen Sicherheitsmassnahmen lassen sich laut Egger nicht beziffern, sondern müssen von Fall zu Fall betrachtet werden. Angesichts der knappen Kantonsfinanzen liess Egger allerdings keinen Zweifel daran, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis die ungenügenden 20 Prozent der Streifen komplett saniert sind.

Schulwege haben Priorität

Man habe aber geprüft, wo mit vertretbarem Aufwand das Optimum herausgeholt werden könne. Erste Priorität hätten dabei die Schulwege. Rund die Hälfte dieser 500 mangelhaften Fussgängerstreifen könne mit einfachen und kostengünstigen Massnahmen sicherer gemacht werden, ergänzt Kreisoberingenieur Schürch. Etwa dadurch, dass ein Parkplatz aufgehoben oder eine sichtbehindernde Hecke regelmässiger geschnitten werde. Zwar seien für solche Massnahmen keine Planverfahren nötig. «Die jeweilige Gemeinde muss einverstanden sein und beispielsweise wo nötig regelmässig die Hecken schneiden», so Egger.

Bei jenen 250 Fussgängerstreifen an Schulwegen, wo bauliche Massnahmen nötig seien, sei der Kanton erst recht auf die Unterstützung der Gemeinden angewiesen. Das kantonale Tiefbauamt ist nun damit beauftragt, an diesen Orten mit den Verantwortlichen zu verhandeln. Wenn nötig, so Egger, werde sie sich auch persönlich für Lösungen einsetzen.

Dies gilt ebenso für die Fussgängerstreifen auf Gemeindestrassen. Denn bei diesen hat der Kanton nichts zu sagen. Zwar haben einige Gemeinden mittlerweile ihre Fussgängerstreifen ebenfalls überprüft (siehe Box). Eine flächendeckende Untersuchung gibt es allerdings nicht. Egger hofft nun, dass die Gemeinden dem Vorbild des Kantons folgen. Doch die Baudirektorin warnt vor falscher Sicherheit: «Die beste bauliche Prävention nützt nichts, wenn die Verkehrsteilnehmer ihre Verantwortung nicht wahrnehmen.»

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