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Jeder Arzt erhält nur 30 Impfdosen

Wer sich in Bern gegen Schweinegrippe impfen lassen will, muss zum Arzt. Impfzentren gibt es nicht. Doch der Stoff könnte knapp werden: Jeder Arzt kann nur 30 Dosen bestellen – vom Kinderimpfstoff sogar nur 10.

Im Kanton Bern wird es weder Impfzentren noch andere offizielle Impfanlaufstellen geben. Wer sich möglichst früh gegen die Schweinegrippe schützen will, muss zum Hausarzt respektive zum Frauen- oder zum Kinderarzt gehen. Es empfiehlt sich, sich bereits im Voraus beim Arzt anzumelden – denn die Impfdosen könnten in den nächsten Tagen rar werden. Kantonsarzt Hans Gerber drückt sich diplomatisch aus: «Ich empfehle jenen Risikopatienten, die sich möglichst bald impfen lassen wollen, sich im Verlauf der Woche telefonisch beim Arzt zu melden, damit dieser weiss, wie viele Impfdosen er bestellen muss.»

Bestellmenge begrenzt

Frühes Anmelden hat einen weiteren Vorteil: Die Ärzte können nicht auf Vorrat Impfdosen bestellen. Jeder Arzt kann zu Beginn beim Grossisten nur 10 Dosen Focetria auf einmal anfordern. Focetria ist jener Impfstoff, der für Kinder und Schwangere zugelassen ist. Auch bei Pandemrix, dem anderen Impfstoff, ist die Bestellmenge begrenzt: Jeder Arzt kann 20 Dosen anfordern.

Braucht ein Arzt mehr Impfdosen, muss er den Kantonsapotheker kontaktieren.

Impfen ab Wochenende

Bestellen können die Ärzte laut dem Kantonsarzt ab Mitte Woche. «Man kann davon ausgehen, dass die bestellten Impfdosen bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche in den Praxen im Kanton Bern eintreffen», sagt Kantonsarzt Gerber.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt, dass sich in den ersten Wochen nur Leute impfen lassen sollen, die zu einer der Risikogruppen gehören (siehe Text unten). BAG-Sprecher Jean-Marc Crevoisier bekräftigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass es sich hierbei lediglich um eine Empfehlung handelt. «Ärzte, die sich nicht daran halten, werden nicht sanktioniert», so Crevoisier. «Wir gehen aber davon aus, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen.»

Im Klartext heisst das: Patienten, die nicht zu einer Risikogruppe gehören und sich dennoch bereits in den nächsten Tagen impfen lassen möchten, sind auf den Goodwill ihres Arztes angewiesen.

In der Praxis des Zollikofer Arztes Jürg Schlup gehen seit rund zehn Tagen konkrete Anfragen von Patienten für einen Impftermin ein. Der Präsident der Berner Ärztegesellschaft setzt die interessierten Personen auf eine Warteliste, Risikopatienten berücksichtigt er dabei prioritär. Weil nicht von Anfang an genügend Impfdosen vorhanden seien, werde er die Impfungen gestaffelt durchführen, so Schlup, der auch Personen impft, die keinen eigenen Hausarzt haben. Die Nachfrage, so wie er es bis jetzt abschätzen könne, sei mässig. Schlup vergleicht sie mit dem Interesse an der Impfung gegen die saisonale Grippe.

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