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In Bern bleibt weniger Geld übrig

In 19 Kantonen haben die Haushalte höhere «frei verfügbare Einkommen» als in Bern. Die Konkurrenz lauert in Pendeldistanz zur Stadt Bern. In angrenzenden Gebieten jenseits der Kantonsgrenze bleibt Ende Monat mehr Geld übrig.

Die Ökonomen der Credit Suisse haben vor kurzem ihre Berechnungen zum «frei verfügbaren Einkommen» veröffentlicht. Wichtigstes Fazit für Bern: Das Einkommen, das den hiesigen Haushalten nach Abzug von Steuern und Fixkosten im Durchschnitt bleibt, entspricht dem schweizerischen Mittel. Dieser Mittelwert wird jedoch durch einige Kantone mit tiefen Werten nach unten gezogen. Auf der Rangliste erreicht Bern deshalb bloss den 20.Platz. Im Vergleich zu 2006 macht der Kanton damit einen Rang gut.

Das Gegenstück zu Zürich

Laut der Studie 2008 haben die Haushalte in sechs Kantonen weniger Geld zur freien Verfügung als in Bern (NE, ZH, BL, VD, BS und GE). Bern schneidet also besser ab als die anderen Kantone mit grossen Städten. Die CS-Studie bildet grundsätzlich ab, wie sich die Wohnortwahl auf das frei verfügbare Einkommen auswirkt. Die Ökonomen stellen ihre Berechnungen für unterschiedliche Haushalttypen, Wohnformen und Einkommen an. Sie berücksichtigen die «obligatorischen Abgaben» (Steuern, Krankenkasse Sozialversicherungen), aber auch die «Fixkosten» wie Wohnkosten inklusive Nebenkosten, Gebühren und Strom. Eingerechnet sind auch Familienzulagen und Prämienverbilligungen. Der Kanton Bern zeichnet sich einerseits durch ziemlich hohe obligatorische Kosten aus; hier schlägt sich die hohe Belastung durch Steuern und Krankenkassenprämien nieder. In dieser «Kategorie» bezahlen nur die Haushalte in Genf, Basel, Jura und Neuenburg mehr. Andererseits bewegen sich die Wohnkosten im Kanton Bern unter dem schweizerischen Durchschnitt. Damit ist Bern so etwas wie das Gegenstück zu Zürich, das eine tiefe Steuerlast mit hohen Wohnkosten kombiniert.

Saanen wie die Goldküste

Der nebenstehende Ausschnitt aus einer Karte der CS-Studie zeigt eindrücklich, wie stark sich der Kanton Bern vom Umland abhebt. Gut zu erkennen sind die günstigeren Wohngemeinden in angrenzenden Gebieten der Kantone Solothurn, Aargau, Luzern, Obwalden, Wallis, Freiburg und Jura – zu einem rechten Teil in Pendeldistanz zur Stadt Bern. Der Kanton Bern kann nur im Nordwesten gegenüber einem direkten Nachbarn – Neuenburg – klar punkten. Diverse Berner Gemeinden halten aber mit ihren attraktiven Nachbarn mit, allen voran im Berner Jura, im Oberaargau um Huttwil, im Oberen Emmental sowie im Oberhasli. Am andern Ende steht Saanen, wo den Leuten wegen der hohen Wohnkosten so wenig Geld bleibt wie nirgends sonst im Kanton. Wegen der hohen Fixkosten in und um Gstaad steht Saanen auf einer Stufe mit der Zürcher Goldküste. Teure Pflaster sind ausserdem Bern – wie alle grossen Städte im Land –, Muri, Grindelwald, Tüscherz-Alfermée und Mörigen.

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