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Grüne im Hoch, SP und SVP verlieren

Die Berner Grünen verdoppeln ihre Vertretung im Nationalrat von zwei auf vier Sitze.

Gafner Andreas (EDU, neu)
Gafner Andreas (EDU, neu)
Keystone
Beatrice Simon (BDP, neu)
Beatrice Simon (BDP, neu)
Raphael Moser
Christian Wasserfallen (FDP, bisher)
Christian Wasserfallen (FDP, bisher)
Keystone
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Kurz nach 21 Uhr tanzten einige junge Grüne mit ausgestreckten Armen vor dem Restaurant Volver. «Völlig losgelöst von der Erde, schwebt das Raumschiff, völlig schwerelos. Die Erdanziehungskraft ist überwunden, alles läuft perfekt, schon seit Stunden», tönt Peter Schilling mit seinem 1980er-Jahre-Hit «Major Tom» aus dem Lautsprecher.

Tatsächlich trifft der Songtext den Sonntag aus Sicht der Grünen ziemlich gut. Noch perfekter hätten die Wahlen für sie kaum laufen können. In einem Kanton nach dem anderen verzeichnete die Partei Zuwachs, regelmässig brandete im Volver, wo die Berner Parteivertreter die Resultate verfolgten, Applaus auf.

Als dann um 20.30 Uhr Staatsschreiber Christoph Auer im Rathaus auch die Gewählten für den Nationalrat im Kanton Bern bekannt gab, waren sie kaum mehr zu halten.

Mit einem Wähleranteil von 14,1 Prozent (+5,6 Prozentpunkte) holte die Partei nicht nur den anvisierten dritten Sitz, sondern auch noch gleich einen vierten.

Neben den bisherigen Nationalrätinnen Regula Rytz (Bern) und Aline Trede (Bern) schafften es Kilian Baumann (Suberg) und Christine Badertscher (Madiswil) neu in die grosse Kammer.

Die Grünliberalen legten ebenfalls zu und eroberten einen dritten Sitz. Neu für die Partei sitzt Melanie Mettler (Bern) im Nationalrat. Die Bisherigen Jürg Grossen (Frutigen) und Kathrin Bertschy (Bern) wurden wiedergewählt. Die GLP kommt so auf einen Wähleranteil von 9,7 Prozent (+3,7).

Zwei Männer abgewählt

Nicht von der gesellschaftlichen Sensibilisierung für den Klimaschutz profitieren konnte hingegen die SP. Sie verlor überraschend zwei ihrer sechs Sitze und kommt neu auf 16,8 Prozent Wähleranteil (–2,9). Adrian Wüthrich (Huttwil) und Corrado Pardini (Lyss) wurden abgewählt, dafür schaffte die ehemalige Juso-Chefin Tamara Funiciello (Bern) den Sprung in den Nationalrat.

«Völlig losgelöst von der Erde, schwebt das Raumschiff, völlig schwerelos.»

Song von Peter Schilling,?zu dem einige Grüne nach dem Wahlsieg vor dem Rathaus ­tanzten

Zu den Verlieren gehören auch SVP und BDP. Bei ersteren musste aber nicht Erich Hess (Bern) über die Klinge springen, der vor vier Jahren wie Wüthrich nur dank eines sogenannten Restmandats in den Nationalrat gewählt worden war.

Stattdessen wurde der Bernjurassier Manfred Bühler abgewählt. Auch den Sitz von Adrian Amstutz, der nicht mehr angetreten ist, musste die SVP abgeben. Sie kommt neu auf 30 Prozent (–3,1) und bleibt wählerstärkste Partei.

EDU-Taktik ging auf

Auf einen ihrer drei Nationalräte verzichten muss auch die BDP. Sie konnte den Sitz von Hans Grunder nicht verteidigen. Zudem schaffte Heinz Siegenthaler (Rüti) die Wiederwahl nicht.

Gewählt wurde stattdessen Beatrice Simon (Seedorf), die Berner Finanzdirektorin, gemeinsam mit dem Bisherigen Lorenz Hess (Stettlen). Die BDP kommt nun auf 8 Prozent Wähleranteil –3,8).

Feiern kann dafür die kleine EDU. Dank einer geschickten Listenverbindung eroberte sie mit Andreas Gafner (Oberwil) erstmals seit 2011 wieder einen Nationalratssitz. Keine Veränderungen gibt es bei der FDP und der EVP. Beide Parteien halten ihre zwei respektive ihren einen Sitz.

In der kommenden Legislatur hat der Kanton Bern aufgrund der Bevölkerungsentwicklung nur noch 24 statt 25 Nationalratssitze. Schon bei den Wahlen 2015 war die Delegation um einen Sitz verkleinert worden.

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