Geld für Ferieninseln liegt bereit

Wenn eine Gemeinde während der Ferien Betreuung für Schulkinder anbietet, kann künftig Geld vom Kanton fliessen. Nur SVP und EDU wehrten sich im Grossen Rat dagegen.

Ferieninseln sollen künftig vom Kanton unterstützt werden können. (Symbolbild)

Ferieninseln sollen künftig vom Kanton unterstützt werden können. (Symbolbild)

(Bild: Bernd Kruhl)

Arbeiten beide Elternteile, können Schulferien zu einer Herausforderung werden: Wer betreut die Kinder, wenn die Tagesschule geschlossen ist? 21 Gemeinden im Kanton Bern bieten in dieser Zeit sogenannte Ferieninseln an. Diese können künftig mit finanzieller Hilfe des Kantons rechnen.

Der Grosse Rat hat einer Änderung des Volksschulgesetzes zugestimmt. Dagegen wehrten sich nur SVP und EDU. Vertreter beider Parteien betonten, nicht der Staat, sondern die Eltern seien für die Betreuung der Kinder verantwortlich – auch während der Ferien.

Es sei ohne weiteres möglich, mit anderen Eltern oder innerhalb der Familie die Betreuung der Kinder zu organisieren, sagte beispielsweise Lars Guggisberg (SVP, Kirchlindach).

Von ganz links bis zur Mitte ­waren sich die anderen Parteien aber im Grundsatz einig: Familienexterne Betreuung sei heute einfach eine Realität. Und sie sei «auch nicht bloss ein linksgrünes Anliegen», sagte Bruno Vanoni (Grüne, Zollikofen).

Für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Kantons sei es zwingend, dass berufstätige ­Eltern auf gute Betreuungsangebote zurückgreifen könnten, betonte auch Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne).

0,4 bis 1,4 Millionen Franken

Konkret ist vorgesehen, dass der Kanton sich mit einem Pauschalbetrag von 30 Franken pro Kind und Tag an Betreuungsplätzen während der Schulferien beteiligen kann. Eine Pflicht dazu hat er allerdings nicht.

Dem Kanton können durch die neue Regelung jährliche Kosten zwischen 400'000 und 1,4 Millionen Franken entstehen. Der Minimalbetrag ist aufgrund des bisherigen Angebots berechnet, der maximale, wenn man die Zahl der Ferieninseln vervierfachen könnte. Die eidgenössischen Räte haben kürzlich 96 Millionen Franken für familienexterne Betreuungsangebote gesprochen, mit denen die Kantone unterstützt werden.

Den Gemeinden ist es freigestellt, ein Ferienangebot auf die Beine zu stellen. Dieses sei auch keinesfalls eine Gratisbetreuung auf Kosten der Steuerzahler, zerstreute Pulver von der SVP geäusserte Bedenken. Die Eltern müssen sich ebenfalls an den Kosten beteiligen.

mm

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