Fürsorgedirektion «begeistert» über Offerten

Die Betreuung von Asylsuchende wurde vom Kanton Bern neu ausgeschrieben. Bis zum 18. Januar hatten die Organisationen Zeit, ihr Angebote abzugeben.

Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres will die GEF den Zuschlag für den neuen Anbieter erteilen.

Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres will die GEF den Zuschlag für den neuen Anbieter erteilen.

(Bild: Christian Pfander)

Die bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) ist zufrieden mit den Angeboten, welche diejenigen Organisationen einreichten, die künftig im Kanton Bern Asylsuchende betreuen sollen. Bis zum 18. Januar hatten diese Organisationen Zeit, ihre Offerten abzugeben.

Eveline Zurbriggen, stellvertretende GEF-Generalsekretärin für das Ressort Soziales, sagte am Freitag in Bern vor den Medien, ihre Direktion sei «begeistert» von den Eingaben. Die GEF sei überzeugt, dass sie tolle Partner finden werde. Wie viele Organisationen sich gemeldet hätten, könne sie nicht bekanntgeben, so Zurbriggen an der Jahresmedienkonferenz der GEF weiter.

Der Kanton Bern nimmt Mitte 2020 eine Neustrukturierung des Asyl- und Flüchtlingsbereichs vor. Fünf regionale Partner sollen in fünf kantonalen Regionen die operative Gesamtverantwortung für Aufgaben in den Bereichen Integrationsförderung, Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen übernehmen.

Ziel der Neustrukturierung ist, die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt deutlich zu erhöhen. Die Ausschreibung des Auftrags erfolgte gemäss den Kriterien der Welthandelsorganisation WTO.

Allgemein wird damit gerechnet, dass die heute in diesem Bereich tätigen Organisationen wie etwa die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe, die Firma ORS und andere sich für den Auftrag des Kantons bewerben. Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres will die GEF die Zuschläge erteilen.

Zahlreiche Digitalisierungsprojekte

GEF-Vorsteher Pierre Alain Schnegg sagte vor den Medien, er wolle die GEF zu einer «lernenden Organisation» umbauen. Ihm schwebt eine Direktion vor, in der die täglich gemachten Erfahrungen sowie interne und externe Verbesserungsvorschläge berücksichtigt werden.

Schnegg will das der GEF anvertraute Geld so gezielt wie möglich einsetzen und setzt dafür unter anderem auf Digitalisierung. Dazu hat die GEF 2018 eine Strategie verabschiedet. An der Medienkonferenz wurden mehrere Anwendungsbeispiele gegeben.

So hat die bernische GEF in einer Gruppe unter Federführung des Kantons Luzern eine Applikation entwickelt, welche der Prüfung und Verrechnung der kantonalen Spitalkostenbeiträge dient. Ab März dieses Jahres soll sie bereit stehen.

Mit dem Kanton Zürich hat die bernische GEF eine Absichtserklärung unterzeichnet, die vorsieht, gemeinsam ein System zur elektronischen Erfassung von Spitaldaten zu entwickeln. Die GEF rechnet mit der Einführung im Jahr 2020.

Auch schreitet nach Angaben der GEF die Entwicklung eines Systems zur elektronischen Verwaltung von Betreuungsgutscheinen für Kindertagesstätten «gut voran». Und in diesem Frühling nimmt ein System zur elektronischen Verwaltung und Abrechnung des individuellen Bedarfs von behinderten Menschen den Betrieb auf.

In der GEF-Abteilung «Digital Management» laufen weitere Projekte. Geplant ist etwa auch ein Informationssystem zur durchgehenden Fallführung im Asyl- und Flüchtlingsbereich. Die GEF spricht von der «Fachapplikation Migration».

Gesundheitsstrategie im Entwurf

Zur schon im Januar 2018 angekündigten kantonalen Gesundheitsstrategie, welche der bernische Grosse Rat 2015 forderte, liegt nun ein Entwurf vor. Die Erarbeitung der Ist-Analyse habe mehr Zeit in Anspruch genommen als angenommen, hiess es dazu am Freitag. Auch sei das Projekt neu konzipiert worden.

Gemäss diesem Entwurf soll nun beispielsweise in der Strategie stehen, dass der Kanton Bern über ein qualitativ hochstehendes, leicht zugängliches, vernetztes und bezahlbares Gesundheitswesen verfügt, das nationale Strahlkraft ausübt und in dem die Eigenverantwortung aller Mitwirkenden einen hohen Stellenwert hat.

Dieser Satz steht unter dem Titel «Vision». Auch fünf strategische Ziele sind formuliert worden. Im Sommer dieses Jahres soll das Strategiedokument fertiggestellt sein. Anschliessend beginnt der politische Prozess, der mit der Beratung durch den Grossen Rat im September 2020 endet.

tag/sda

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