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Frauenklinik: Vom GAU zum Super-GAU

Philippe Müller, Leiter Kantonsressort, zum Baudebakel bei der Frauenklinik in Bern.

Das Gebäude ist erst fünfzehn Jahre alt. Trotzdem hat es mehr Gebrechen als ein tattriger Greis. Wie die Leitung des Inselspitals einräumt, ist der Gesundheits­zustand der Berner Frauenklinik noch alarmierender, als bisher angenommen wurde. Die umfassende Sanierung der Klinik soll nicht «nur» 36, sondern unglaubliche 100 Millionen Franken verschlingen.

Das ist fast gleich viel, wie damals der Neubau gekostet hat. Damit ist spätestens jetzt klar: Die Baumängel der Frauenklinik sind für den Kanton und die Insel-Gruppe nicht bloss der GAU, sondern der Super-GAU.

Das «Froueli» droht gar zur ewigen Hypothek zu werden: Denn die Statikprobleme werden auch nach der Sanierung ­bestehen bleiben. Die Frage, die sich seit Jahren stellt, drängt sich einmal mehr auf: Warum bloss liess der Kanton als Bauherr anstelle eines zweckmässigen Spitalbaus ein architektonisch zwar reizvolles, aber risikobehaftetes Gebäude erstellen? Dieser Entscheid des Kantons stand am Ursprung der heutigen kostspieligen Probleme.

Die Sanierung muss die Insel-Gruppe AG allein finanzieren. Es wäre angezeigt, dass der Kanton Bern seine Verantwortung für die unhaltbaren Zustände in der Frauenklinik übernimmt und der Insel-Gruppe mit einer ­Finanzspritze zu Hilfe eilt – mit dem sauren Beigeschmack, dass dies mit Steuergeldern geschähe.

Mail: philippe.mueller@bernerzeitung.ch

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