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Die SP expandiert aufs Land

Urbane Zuzüger aus der Stadt stärken die SP auf dem Land. Das erklärt ihre Sitzgewinne in Jegenstorf oder Meikirch.

«Die SP wächst vor allem in Gemeinden an den grossen ­Berner Verkehrsachsen» sagt die kantonale SP-Präsidentin Ursula Marti.
«Die SP wächst vor allem in Gemeinden an den grossen ­Berner Verkehrsachsen» sagt die kantonale SP-Präsidentin Ursula Marti.
Raphael Moser

Die Sitzgewinne der SP bei den Kantonswahlen vom Wochenende sind ein Beleg dafür, dass die SP auch in Landgemeinden zulegen kann – sofern diese im Ausstrahlungsbereich rot-grün tickender Zentren liegen.

Anfang März hat diese Zeitung mit einer Datenanalyse gezeigt, dass das Land auch im Kanton Bern links wächst. Der Trend ist allerdings im Wachstumshotspot Zürich ausgeprägter. Hohe Kosten und Wohnungsknappheit führen dort dazu, dass rot-grün wählende Städter abgedrängt werden. Etwa in die nahen Kleinstädte Aarau, Baden oder Olten, die mittlerweile rot-grüne Mehrheiten haben.

Linke Boomzone Mittelland

Im Kanton Bern ist das Wachstum schwächer, der kleine Linksrutsch ist deshalb erst in einzelnen Aussengemeinden zu spüren. Vor allem in der Kleinstadt Burgdorf. Oder in den wachsenden Orten Münsingen und Kirchlindach. In solch grösseren Gemeinden auf dem Land hat die SP nun am Wochenende vier ihrer fünf neuen Grossratssitze gewonnen.

Im Wahlkreis Mittelland-Nord hat sie ihren Wähleranteil um 3,4 auf 23,2 Prozent gesteigert und in Jegenstorf (mit Lydia Baumgartner) sowie in Meikirch (mit Karin Fisli) neue Kräfte ins Parlament gebracht. Im Wahlkreis Mittelland-Süd wuchs die SP um 4,6 auf 23,7 Prozent und holte in Köniz (mit Tanja Bauer) einen neuen Sitz. Auch im Seeland legte die SP um 1,5 auf 23,2 Prozent zu und eroberte in Lyss mit Stefan Bütikofer) einen weiteren Sitz.

Hinzu kommt der Sitzgewinn in der Stadt Bern durch Tamara Funiciello. In der Bundesstadt steigerte sich die SP bei der Grossratswahl um rekordverdächtige 8,3 auf 33,3 Prozent. Auffällig ist, dass vor allem Frauen die neuen Sitze erstritten. Die SP ist die Partei mit der ausgeprägtesten Frauenförderung.

SP-Wunder von Jegenstorf

Die kantonale SP-Präsidentin Ursula Marti greift gerne das Beispiel Jegenstorf heraus. Nach jahrzehntelanger SVP-Dominanz hat die SP diese überholt und bei den letzten Gemeindewahlen einen dritten Gemeinderatssitz geholt. Nun kommen auch schon zwei SP-Grossratsmitglieder aus Jegenstorf.

«Die SP wächst vor allem in gut erschlossenen Gemeinden an den grossen Berner Verkehrsachsen», sagt Ursula Marti. Und sie zählt jetzt auf, wo ihre Partei am Wochenende überall einen Wähleranteil von über 25 Prozent erreicht hat: in Rubigen, Köniz, Burgdorf, Herzogenbuchsee oder Langenthal. In all diesen Orten hat sie die SVP als stärkste Partei abgelöst.

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