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Die Nummer zwei ist gut genug

Philippe Müller, Leiter Kantonsressort, über die Regierungskandidatur der Grünen.

Möchte von der nationalen in die kantonale Politik wechseln: Christine Häsler.
Möchte von der nationalen in die kantonale Politik wechseln: Christine Häsler.
Keystone

Eigentlich hat Christine Häsler gleich drei Probleme: Sie arbeitet mit den Kraftwerken Oberhasli für ein Unternehmen, das Staumauern baut und Landschaften flutet. Für den klassischen grünen Wähler müsste sie deshalb ein rotes Tuch sein. Dann kommt Häsler wie der amtierende SP-Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann aus dem östlichen Oberland. Damit wird diese ­Region künftig in der Regierung deutlich übervertreten sein. Und schliesslich ist Häsler in der parteiinternen Hierarchie der potenziellen Regierungsratskandidaten nur die Nummer zwei hinter Regula Rytz.

Trotz all dieser Handicaps werden die Grünen Kanton Bern im Oktober wohl Häsler nominieren. Und sie dürfte aus heutiger Sicht die Wahl in die Kantonsregierung relativ problemlos schaffen. Warum? Weil es bei den Regierungsratswahlen – den Kampf um den Jura-Sitz ausgenommen – de facto zu einem Nichtangriffspakt kommt: SVP, BDP und FDP wollen nur ihre bisherigen Sitze verteidigen. Angriff auf die Linke? Fehlanzeige.

SP und Grüne treten ebenfalls mit drei Kandidaturen für die bisherigen drei Sitze an. Christine Häsler wird wegen ihrer liberalen Politik sogar in den bürgerlich dominierten Landregionen Stimmen holen. Selbst die grünen Traditionalisten aus der Stadt werden mangels Alternativen Häsler wählen. ­Sie muss lediglich die ­Alibikandidaten von GLP und EVP hinter sich lassen. Eine lösbare Aufgabe.

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