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Die Mobiliar kippt das Bonussystem

Über 1000 Mobiliar-Mitarbeitende erhalten keinen Bonus für ihre eigene Leistung mehr, sondern je nach Unternehmenserfolg.

Die Mobiliar ändert an ihren Direktionsstandorten in Bern, Zürich und Nyon das Lohnsystem. Boni für die individuelle Leistung gibt es ab nächstem Jahr keine mehr. In vielen Unternehmen sind Boni umstritten, weil die individuelle Leistung jedes Mitarbeiters und jeder Mitarbeiterin oft schwierig zu messen ist. Die Mobiliar bricht nun mit dieser Bonikultur.

Das Geschäftsleitungsmitglied Nathalie Bourquenoud begründet dies mit der Digitalisierung, die die Mobiliar zu einem internen Umbau angetrieben hat. Die Personalchefin spricht von einer «neuen Arbeitswelt».

Seit 2015 und noch bis 2020 werden die Büros am Hauptsitz an der Bundesgasse umgebaut: Wände und Türen werden entfernt und stattdessen eine «Multi-Space-Landschaft» einge­richtet. Anders gesagt ist es ein modernes Grossraumbüro mit Zonen für konzentriertes Arbeiten, für Sitzungen und für Kreativität. Einzelbüros gibt es keine mehr, auch hat niemand mehr einen fixen Arbeitsplatz. Im Moment wird der letzte Stock des Gebäudes umgebaut.

«Beeinflusst wird die leistungsabhängige Lohnkomponente nur noch vom Gesamterfolg des Unternehmens.»

Nathalie Bourquenoud, Personalchefin

Der räumliche Umbau geht einher mit neuen Arbeitsstrukturen. Seit 2016 arbeiten über 1000 Mitarbeitende nach der «agilen Arbeitsmethode SAFe»: Diese auch von anderen Grossunternehmen angewandte Arbeitsmethode bedeutet, dass die Mitarbeitenden nicht mehr an Linienvorgesetzte rapportieren, sondern in interdisziplinären, selbst organisierten Teams arbeiten.

Höhere Fixlöhne

«Unsere Mitarbeitenden sollen sich im Zusammenspiel der digitalen, agilen und traditionellen Welt zurechtfinden», sagt Bourquenoud. «Deshalb führen wir nun auch ein neues Leistungs- und Performancemanagement ein.» Konkret gibt es keine in­dividuellen Boni mehr, beeinflusst wird die leistungsabhängige Lohnkomponente nur noch vom Unternehmenserfolg.

Geht es der Mobiliar gut, profitieren alle Mitarbeitenden davon. An der Gesamtvergütung ändert sich nichts, sofern die Ziele des Unternehmens erreicht werden. Vom bisherigen Leistungsbonus wird die Hälfte neu zu Fixlohn, dies per einmalige Lohnerhöhung. Die andere Hälfte ist künftig die Beteiligung am Unternehmenserfolg. Zur Erinnerung: Für 2018 hatte die Mobiliar, weil sie stärker als der Markt wuchs, eine Erfolgsbeteiligung von 50 Prozent eines Monatsgehalts entrichtet. Insgesamt waren es rund 16 Millionen Franken für die total rund 5400 Mitarbeitenden und 345 Lernenden.

Gegen die Änderung beim Bonus habe es praktisch keinen Widerstand gegeben, sagt Bourquenoud. Auch erhält das Top­management weiterhin einen Bonus, welcher jedoch nicht von individuellen Zielen, sondern vom Unternehmenserfolg abhängig ist.

Jedoch ist der Lohn im Vertrieb weiterhin stark von individuellen Erfolgen abhängig. Für die Mitarbeitenden in den Generalagenturen sind die Provisionen weiterhin ein bedeutender Lohnanteil. Diese richten sich danach, wie viele Produkte diese Mitarbeitenden in den Re­gionen den Kunden verkaufen können. Ganz verschwindet die Leistungsentlöhnung also auch bei der Mobiliar nicht.

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