Die Hintertür für ein Gefängnis geht wieder auf

Prêles

Schnellstmöglich abstossen will das Parlament das leere Jugendheim in Prêles nicht.

Einen Verkauf im Baurecht vorwegnehmen mochte die Ratsmehrheit für das ehemalige Jugendheim nicht. Doch die Marktlage prüfen durchaus.

Einen Verkauf im Baurecht vorwegnehmen mochte die Ratsmehrheit für das ehemalige Jugendheim nicht. Doch die Marktlage prüfen durchaus.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Chantal Desbiolles

Drei Vorhaben in drei Jahren. Und keines hat verfangen. Den letzten Vorschlag für das ehemalige Jugendheim im bernjurassischen Prêles hat eine Mehrheit im Grossen Rat gebodigt: das umstrittene Rückkehrzentrum für abgewiesene Asylsuchende.

BDP und SVP forderten ein schnelles Ende für das Engagement des Kantons auf dem Tessenberg: sämtliche Liegenschaften des Heimteils Châtillon und der ungenutzten Gebäude in La Praye im Baurecht zu verkaufen. Er wolle «sinnlose Kosten für eine leere Hütte» vermeiden, begründete BDP-Motionär Franco Rappa seinen Vorstoss, demzufolge die Regierung innert einer Frist von drei Jahren hätte verkaufen müssen. «Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen jetzt die Zeche.»

In die Quere kommen den eiligen bürgerlichen Verkaufsabsichten neue Pläne. Denn der Standort Prêles spielt in der Masterplanung für den Justizvollzug eine Rolle, die morgen im Kantonsparlament hitzig diskutiert werden dürfte. Ein «goldenes Ei» habe ihnen die Sicherheitskommission (SIK) gelegt, stellte SVP-Motionär Fritz Wyss (Wengi) vorab fest, der sowohl einen Verkauf als auch eine Abgabe im Baurecht verlangte. Die Überlegungen der Kommission zur künftigen Nutzung seien nicht nachvollziehbar.

Die SVP brachte in Person von Etienne Klopfenstein (Corgémont) den Standort als Ersatz für das Regionalgefängnis Biel aufs Tapet. Und die Grünen können sich hier gut ein halboffenes Gefängnis vorstellen.

Kurz: Einen Verkauf im Baurecht vorwegnehmen mochte die Ratsmehrheit nicht. Doch die Marktlage prüfen und dies abklären lassen durchaus. Damit lässt das Parlament auch die Tür offen für die Regierung, die sich weder für noch gegen einen Verkauf positioniert hatte.

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