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«Der Staat bestimmt, wie voll die Gefängnisse sind»

Wer in Schweden und Finnland kleinere Delikte verübt, wird nicht eingesperrt. Entsprechend kleiner ist die Platznot in den Gefängnissen. Ein Ansatz, den auch die Schweiz prüfen sollte, findet Experte Benjamin F. Brägger.

Essenszeit im Regionalgefängnis Thun: Weil derzeit praktisch alle Zellen belegt sind, braucht das Personal länger, um die Tabletts auszuliefern und wieder einzusammeln.
Essenszeit im Regionalgefängnis Thun: Weil derzeit praktisch alle Zellen belegt sind, braucht das Personal länger, um die Tabletts auszuliefern und wieder einzusammeln.
Christian Pfander
Gefängnisdirektor Ulrich Kräuchi: «Es braucht mehr Haftplätze».
Gefängnisdirektor Ulrich Kräuchi: «Es braucht mehr Haftplätze».
Christian Pfander
Eine Stunde am Tag verbringen die Häftlinge in Thun an der Frischluft auf dem Dach.
Eine Stunde am Tag verbringen die Häftlinge in Thun an der Frischluft auf dem Dach.
Christian Pfander
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Sie plädieren dafür, dass die Kantone nicht vorschnell neue Haftplätze bauen. Warum?Benjamin F. Brägger: Weil in den letzten rund fünf Jahren schweizweit zusätzliche 500 Plätze entstanden und weitere Projekte in der Pipeline sind. Wir haben heute 7500 Haftplätze. Diese sind zurzeit nicht voll ausgelastet, am Stichtag waren rund 600 Betten frei. Deshalb sollte man mit einem Kapazitätsausbau zurückhaltend sein, ­zumal damit auch immer sehr hohe Kosten verbunden sind. Sinnvoll kann es dagegen durchaus sein, veraltete und zu kleine Einrichtungen zu schliessen und stattdessen grössere, regionalere Ersatzbauten zu erstellen.

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