Der Kanton sucht Mr. oder Mrs. Digital

Für die Digitalisierung schafft die Berner Regierung eine zentrale Anlaufstelle.

Papierstapel sollen in der kantonalen Politik und der Verwaltung verschwinden. Zwei Personen sollen den Regierungsrat und die Verwaltung dabei unterstützen und so die digitale Transformation vorantreiben.

Papierstapel sollen in der kantonalen Politik und der Verwaltung verschwinden. Zwei Personen sollen den Regierungsrat und die Verwaltung dabei unterstützen und so die digitale Transformation vorantreiben.

(Bild: istock)

Der Kanton Bern geht in Sachen Digitalisierung einen Schritt vorwärts: Die Regierung hat eine Strategie zur elektronischen Verwaltung verabschiedet. Damit sollen Papierstapel in der kantonalen Politik, bei der Verwaltung und auch in den Gemeinden bald der Vergangenheit angehören. 

Bern hinke bei der zentralen Steuerung der digitalen Transformation anderen Kantonen hinterher, sagt Staatsschreiber Christoph Auer. Ein übergeordnetes Organ habe bisher gefehlt. «Dafür werden nun anderthalb Stellen geschaffen», sagt Auer. Die beiden Personen sollen den Regierungsrat und die Verwaltung unterstützen und so die digitale Transformation vorantreiben.

Noch in diesem Jahr werden die 150 Stellenprozente ausgeschrieben. Anfang 2020 dürften die «Mr. und Mrs. Digital des Kantons Bern» ihre Arbeit aufnehmen, Priorisierungsentscheide vorbereiten und die zentralen Kontakte zu den Gemeinden aufbauen. Die «Gesichter der digitalen Transformation» sollen Fragen von Regierungs- und Gemeindevertretern, aber auch aus der Bevölkerung beantworten.

«Die Digitalisierungsstrategie der Regierung ist kein Kostenprojekt», hält Auer fest. Für die 150 Stellenprozente seien rund 250'000 Franken pro Jahr eingestellt. 

Ängste sind bekannt

Noch sind in der Gesellschaft viele Ängste gegenüber der Digitalisierung vorhanden. Jüngstes Beispiel ist die schweizweit vorgesehene elektronische Stimmabgabe, die nun vorerst doch nicht etabliert wird. Der Bedenken etwa hinsichtlich der Fehleranfälligkeit oder des Datenschutzes seien sich die Regierung und die Staatskanzlei bewusst, sagt Auer.

Man werde von Fall zu Fall prüfen, wo eine digitale Nutzung auf freiwilliger Basis Sinn mache. Als erfolgreiches Projekt nennt er die Plattform Tax Me, auf der die Steuererklärung digital ausgefüllt wird. Demnächst will der Kanton zudem das elektronische Baubewilligungsverfahren einführen und ab 1. Januar 2020 das Amtsblatt elektronisch publizieren.

Eine Delegation des Regierungsrats wird sich künftig mit strategischen Fragen rund um die Digitalisierung der Verwaltung befassen. Geleitet wird sie von Staatsschreiber Christoph Auer selbst. Die weiteren Mitglieder sind die Regierungsrätinnen Beatrice Simon (BDP) und Evi Allemann (SP).

bey

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