«Der Berner Jura ist ein schwieriges Pflaster»

Die SP hat ihr Ziel, im Berner Jura der SVP den Regierungssitz abzujagen, klar verfehlt. SP-Präsidentin Ursula Marti wetzt schon jetzt die Messer für die Wahlen in vier Jahren.

Die Berner SP-Präsidentin Ursula Marti analysiert den gescheiterten Angriff auf die bürgerliche Mehrheit im Regierungsrat.

Frau Marti, der Angriff von links auf die bürgerliche Mehrheit ist deutlich gescheitert. War Chris­tophe Gagnebin der falsche Sprengkandidat?
Ursula Marti: Es ist so, dieser Angriff ist gescheitert. Wir ­haben aber gewusst, dass es schwierig werden würde. Wir sind sehr unzufrieden mit der Gesundheits- und Sozialpolitik von Pierre Alain Schnegg, deshalb mussten wir im Berner Jura angreifen. Mit Christophe Ga­gnebin konnten wir eine sehr gute Alternative bieten. Aber leider war er zu wenig bekannt.

«Mit Christophe Gagnebin konnten wir eine sehr gute Alternative bieten. Aber leider war er zu wenig bekannt.»

Torpediert wurde Gagnebins Kandidatur ausgerechnet von links, von Separatistin Maurane Riesen von der PSA. Wie sehr hat Sie ihre Kandidatur genervt?
Wissen Sie, als Parteipräsidentin habe ich mich langsam daran ­gewöhnt, dass der Berner Jura ein schwieriges Pflaster ist. Der Jura-Konflikt brodelt trotz oder gerade wegen der Moutier-Abstimmung vom letzten Jahr weiter. Wir müssen damit leben, dass wir keine Lösung für eine gemeinsame Kandidatur finden konnten.

Im deutschsprachigen Kantonsteil hätten Sie deutlich stärkeres Personal gehabt als im Berner Jura. Sie hätten beispielsweise mit Nationalrat Matthias Aebischer den frei werdenden FDP-Sitz angreifen können.
Ich glaube, wir haben die richtige Strategie gewählt. Wir haben uns nicht mit zu vielen Kandidierenden verzettelt und wahrscheinlich genau deshalb mit Evi Allemann und Christoph ­Ammann derart hervorragende Resultate erzielen können.

Gibt die Linke nun den Angriff auf die bürgerliche Regierungsmehrheit bis auf weiteres auf?
Ganz und gar nicht. Wir gehen gestärkt aus diesen Wahlen hervor. In vier Jahren wird die SP mit zwei und die Grünen mit einer Bisherigen antreten können. Dann werden wir eine gute Ausgangslage haben, um einen vierten Sitz anzupeilen.

Mit Kronfavorit Matthias ­Aebischer?
Das wissen wir wirklich noch nicht.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt