Zum Hauptinhalt springen

Das 100-Meter-Jagdverbot bleibt

Das 100-Meter-Jagdverbot bleibt. Auch wenn die Jagd auf Marder schwieriger geworden ist, will der Regierungsrat die Jagdverordnung nicht aufweichen.

Die vom Regierungsrat eingeschränkte Jagd auf Haarraubwild – Fuchs, Dachs, Marder – hat nicht nur die Kandertaler Jäger auf den Plan gerufen. Gestern verlangte in der Fragestunde des Grossen Rates auch Fritz Reber (SVP, Schangnau) eine Remedur der auf 1. Juni verschärften Jagdverordnung. Weil die Jagd im Umkreis von 100 Metern von ständig bewohnten Gebäuden neu verboten ist, werde die Jagd, zum Beispiel auf den Marder, so stark eingeschränkt, kritisierte Reber, «dass eine vernünftige Regelung dieser Tierarten in Frage gestellt werden muss». Seinen Vorschlag an Regierungsrat Andreas Rickenbacher formulierte Reber als Frage: «Wäre eine Aufhebung dieses 100-Meter-Verbotes vom 15. November bis Ende Februar nicht sinnvoll?»

Doch so schnell scheint der Regierungsrat auf die Verschärfung des Jagdrechts nicht zurückzukommen. Der Marderbestand habe nämlich auch mit der bisherigen Praxis nicht generell reguliert werden können, gibt Rickenbacher zu bedenken. Auf der Berner Jagd würden jährlich etwa 30 Edel- oder Baummarder sowie 150 bis 200 Stein- und Hausmarder erlegt. Der Marderbestand werde also nur lokal beeinflusst.

Bericht abwarten

«Ob eine Aufhebung des 100-Meter-Jagdverbots von Haarraubwild von Mitte November bis Ende Februar sinnvoll ist, lässt sich erst auf Grund der Erfahrungen in den nächsten Jahren beurteilen», hält Rickenbacher fest. Er habe das Jagdinspektorat beauftragt, jährlich einen Bericht über den Jagdverlauf abzuliefern. Dieser Bericht werde dann insbesondere die Beurteilung der geänderten Jagdvorschriften erlauben. Allerdings erinnert der bernische Jagddirektor Rickenbacher den Schangnauer SVP-Grossrat daran, dass die Expertenkommission sich einig gewesen sei, «dass die Einführung der 100-Meter-Grenze rund um ständig bewohnte Gebäude zur Sicherheit im Allgemeinen und zur Förderung des Images der Jägerinnen und Jäger beitragen wird». Dieser von Jagdinspektor Peter Juesy präsidierten Expertenkommission gehörten Vertreterinnen und Vertreter der Jägerschaft, von Tierschutz, von Waldwirtschaft und der Verwaltung an. Für bessere Akzeptanz Rickenbacher empfahl seinen Regierungskollegen darum die Wiedereinführung des 100-Meter-Jagdverbotes, «weil es verschiedentlich vorgekommen ist, dass Jägerinnen und Jäger durch unüberlegtes Schiessen in unmittelbarer Nähe von bewohnten Gebäuden Personen er-schreckt und verstört haben». Diese Beschränkung wirke sich kaum auf den Jagderfolg aus und sei dennoch eine wesentliche Massnahme zur Erhaltung der Akzeptanz der Berner Jagd. Bei der Präsentation der verschärften Jagdvorschriften im April dieses Jahres hatte sich auch Jagdinspektor Peter Juesy zuversichtlich gezeigt: «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Berner Jägerinnen und Jäger mit allen diesen Neuerungen in der Praxis sehr gut leben können. Die Neuerungen sind auch ein wichtiger Beitrag zur Hebung und Förderung der weidgerechten und ethischen Jagd.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch