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Christine Häsler wird von Graffenrieds Nachfolgerin

Die grüne Berner Grossrätin Christine Häsler übernimmt den Nationalratssitz des zurücktretenden Alec von Graffenried. Der erste Ersatzmann, der Solar-Pionier Urs Muntwyler, verzichtete auf ein Nachrutschen.

YB-Fan, Bernburger, leutselig, kulturaffin: Alec von Graffenried.
YB-Fan, Bernburger, leutselig, kulturaffin: Alec von Graffenried.
Claudia Salzmann
Im Frühjahr gab er seine Kandidatur für den Gemeinderat und das Stapi-Amt bekannt. Erst im Oktober lancierte Rot-Grün-Mitte den gemeinsamen Wahlkampf.
Im Frühjahr gab er seine Kandidatur für den Gemeinderat und das Stapi-Amt bekannt. Erst im Oktober lancierte Rot-Grün-Mitte den gemeinsamen Wahlkampf.
Stefan Anderegg
Frisch gewählt: Alec von Graffenried war von 2000 bis 2007 Regierungsstatthalter (mit im Bild Reto Jent).
Frisch gewählt: Alec von Graffenried war von 2000 bis 2007 Regierungsstatthalter (mit im Bild Reto Jent).
Jürg Spori
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Letzte Woche gab Alec von Graffenried seinen Rücktritt aus dem Nationalrat und seinen Verzicht auf eine Kandidatur bei den Wahlen im Herbst bekannt. Die grüne Grossrätin Christine Häsler übernimmt seinen Nationalrats-Sitz. Der erste Ersatzmann auf der grünen Liste, der Solar-Pionier Urs Muntwyler, lässt der Ständeratskandidatin wie erwartet den Vortritt.

Zwar habe ihn die «unerwartete Möglichkeit» gereizt, die Energiewende im Nationalrat zu unterstützen, teilte Muntwyler am Montag mit. Er werde sich aber die nächsten vier Jahre auf die Ausbildung junger Ingenieure und die Forschung im Photovoltaik-Labor an der Berner Fachhochschule konzentrieren.

Muntwyler lässt Christine Häsler, die bei den Wahlen 2011 den nächsten Platz belegte, den Vortritt. Sie vertrete ähnliche Positionen wie er und «hat sich bereits auf den Wahlkampf eingestellt». Die Oberländerin war von den Grünen bereits im Oktober als Ständeratskandidatin für die Wahlen 2015 nominiert worden.

Die 51-jährige Christine Häsler leitet die Kommunikation bei den Kraftwerken Oberhasli KWO und politisiert seit 2002 im Berner Kantonsparlament. Von 2006 bis 2014 war sie Fraktionschefin der Grünen.

Bei den Grossratswahlen vom Frühling 2014 erzielte sie im bürgerlich geprägten Wahlkreis Interlaken-Oberhasli das zweitbeste Wahlresultat aller Kandidierenden. Sie erzielte lediglich zwei Stimmen weniger als Gerhard Fischer, der bestgewählte SVP-Grossrat des Wahlkreises.

Mit dem Nachrutschen von Christine Häsler in den Nationalrat sei nun auch das östliche Berner Oberland wieder im Nationalrat vertreten, schreiben die Grünen. Sie werde das Amt mit «Freude und sehr motiviert» antreten, wird Häsler in der Mitteilung zitiert. Ihre Nachnomination sollen die Delegierten am 5. Mai bestätigen.

Frauentrio soll drei Sitze verteidigen

Die Grünen nominierten Häsler bereits letzten Oktober als Ständeratskandidatin. Sie soll zusammen mit dem bisherigen SP-Ständerat Hans Stöckli auf einem rotgrünen Zweierticket antreten.

Der bisherige Nationalrat Alec von Graffenried hatte letzte Woche überraschend angekündigt, sich im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Der 53-Jährige tritt bereits in der Junisession zurück. Der vierfache Familienvater begründete seinen Schritt mit der Kumulation der Belastungen in Beruf, Politik und Familie.

Der Stadtberner von Graffenried war der einzige Mann in der Abordnung der Berner Grünen. Nun sollen ein Frauentrio aus Stadt und Land die drei Nationalratssitze verteidigen: die beiden bisherigen Stadtbernerinnen Regula Rytz und Aline Trede sowie neu die Landvertreterin Christine Häsler.

Aline Trede war erst 2013 für Franziska Teuscher in den Nationalrat nachgerutscht. Im Kanton Bern ist bei den Wahlen im Herbst ein Sitz weniger zu vergeben als bisher. Wackeln könnte allenfalls der dritte Sitz der Grünen.

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