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BFH in Bern, «Lädere» nach Burgdorf

Die Stadt Bern soll Standort der Berner Fachhochschule bleiben und einen neuen Campus im Weyermannshaus erhalten, Burgdorf soll dafür künftig die Technische Fachschule beherbergen.

Die Burgdorfer Stadtpräsidentin und SP-Grossrätin Elisabeth Zäch (SP) zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang der Standortfrage zur Fachhochschule.
Die Burgdorfer Stadtpräsidentin und SP-Grossrätin Elisabeth Zäch (SP) zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang der Standortfrage zur Fachhochschule.
Andreas Blatter
Burgdorf und Bern reissen sich seit Jahren um das Departement Wirtschaft, Gesundheit und soziale Arbeit (WGS) der Berner Fachhochschule. Nun scheint sich ein Kompromiss abzuzeichnen.
Burgdorf und Bern reissen sich seit Jahren um das Departement Wirtschaft, Gesundheit und soziale Arbeit (WGS) der Berner Fachhochschule. Nun scheint sich ein Kompromiss abzuzeichnen.
Andreas Blatter
Das Hauptgebäude der Berner Fachhochschule in Burgdorf mit der einstigen Studenten-Protest-Aufschrift Birchermüesli.
Das Hauptgebäude der Berner Fachhochschule in Burgdorf mit der einstigen Studenten-Protest-Aufschrift Birchermüesli.
Thomas Peter
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Die Bildungskommission des Grossen Rats empfiehlt ihn mit 12 Ja-Stimmen und 4 Enthaltungen zur Annahme, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das letzte Wort hat das Kantonsparlament in der kommenden Juni-Session.

Die Standort-Frage sollte ursprünglich schon im März geklärt werden. Doch im letzten Moment wurde das Geschäft von der Traktandenliste gestrichen: Die vorberatende Kommission verlangte Zusatzinformationen zu den einzelnen Varianten.

Nun stellt sie sich doch hinter den vom Regierungsrat favorisierten Kompromissvorschlag. Fundamentalopposition dagegen habe es in der Kommission nicht gegeben, sagte Vizepräsidentin Corinne Schmidhauser (FDP/Interlaken) auf Anfrage.

Offene Fragen

Zwar sei die Kommission besorgt, dass mit einem Campus im Weyermannshaus raumplanerisch eine weitere Zentralisierung erfolge und die Pendlerströme genau in die falsche Richtung gelenkt würden. Was der Plan für Burgdorf betreffe, gebe es zudem offene Fragen. Das Projekt TecLab sei noch wenig konkret.

Doch ausschlaggebend sei gewesen, dass die Stadt Burgdorf hinter der Lösung stehe - genau wie die Vertreter des Emmentals und die betroffenen Institutionen. Das seien günstige Voraussetzungen dafür, dass das Burgdorfer Projekt «zum Fliegen gebracht» werden könne.

Gegen Verzettelung

Der Standort-Streit schwelt seit Jahren. Heute ist die BFH auf rund zwei Dutzend Gebäude in Bern, Biel und Burgdorf verteilt. 2012 beschloss der Grosse Rat, in Biel einen neuen Campus zu bauen und die bisherigen Burgdorfer Standorte nach Biel zu verlegen.

Darauf stritten sich Bern und Burgdorf darum, wer die übrigen Departemente erhält. Gemäss dem nun im Vordergrund stehenden Kompromissvorschlag werden in Bern-Weyermannshaus die Departemente Wirtschaft, Gesundheit, Soziale Arbeit (WGS) und die Hochschule der Künste zusammengeführt.

In Burgdorf würde am Standort Gsteig die Technische Fachschule Bern (TF Bern) angesiedelt, die im Volksmund als «Lädere» bekannt ist. Am Standort Jlcoweg soll zudem das gemeinsame Bildungszentrum TecLab von BFH und TF entstehen. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit bei Weiterbildung und Wissenstransfer in MINT- und Cleantech-Berufen.

Geteilte Reaktionen auf Fachhochschul-Kompromiss - GLP unzufrieden

Der Berner Fachhochschul-Kompromiss löst bei den Parteien geteilte Reaktionen aus. Die Grünliberalen zum Beispiel zeigen sich enttäuscht und fordern eine weitergehende Konzentration der Standorte.

Die Partei möchte prüfen lassen, ob zentrale Dienste der Berner Fachhochschule wie das Rektorat und der Informatikdienst am Standort in Biel konzentriert werden könnten. Die Grünliberalen warben am Mittwoch in einem Communiqué für eine entsprechende Planungserklärung.

Die BDP hingegen begrüsste den Vorschlag der grossrätlichen Bildungskommission. Auf diese Weise könne die Fachhochschule gestärkt werden, und zugleich sei der Kompromiss politisch sinnvoll und vertretbar.

Die Jungfreisinnigen Burgdorf-Emmental äusserten Bedauern, dass die Kommission auf den «Kuhhandel» des Erziehungsdirektors Bernhard Pulver eingestiegen sei. Die Partei hofft, dass der Grosse Rat wenigstens einen Teilverbleib der Fachhochschule in Burgdorf beschliessen wird.

SDA/cla

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