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Berner Heimverband bietet Kurse für Arbeitszeugnisse an

Dass dies nötig ist, zeigte sich jüngst im Fall eines Berner Pflegers, der über 100 sexuelle Übergriffe in Heimen verübte.

Sein Verband bietet neu Kurse zum Ausfüllen von Arbeitszeugnissen an: Ueli Affolter, Geschäftsführer Heimverband Bern.
Sein Verband bietet neu Kurse zum Ausfüllen von Arbeitszeugnissen an: Ueli Affolter, Geschäftsführer Heimverband Bern.
Keystone

Er fiel manchen Arbeitgebern zwar negativ auf, erhielt aber dennoch wohlwollend formulierte Arbeitszeugnisse. Der Mann fand darum immer wieder neue Anstellungen. Innerhalb von 30 Jahren missbrauchte er so weit über 100 Behinderte in verschiedensten Heimen.

Damit sich so etwas nicht mehr wiederholt, wollen die Heime bei Stellenbewerbungen genauer hinsehen und neu auch einen Strafregisterauszug einfordern, wie der Heimverband am Dienstag mitteilte.

Andere Massnahmen, wie zum Beispiel eine «schwarze Liste», seien auf nationaler Ebene mit den nötigen Gesetzesanpassungen denkbar, sagte Verbandspräsident Urs Wüthrich an der Vollversammlung in Bern. Dort trafen sich am Dienstag rund 120 Heimleiterinnen und -leiter, um über Massnahmen zur Missbrauchsbekämpfung zu diskutieren.

Nulltoleranz

Bei den Heimleitungen ist man sich aber auch bewusst, dass es trotz aller Massnahmen keine hundertprozentige Sicherheit gibt, denn eine Behinderteninstitution könne nicht ohne ein gewisses Mass an Vertrauen funktionieren.

Wichtig sei jedoch, betonten die Heimleiterinnen und -leiter, dass man die Zeichen und Hinweise der Behinderten ernst nehme und rasch fachliche Hilfe oder die Polizei beiziehe. «Ein Nullrisiko gibt es nicht, sehr wohl aber eine Nulltoleranz», betonte Ueli Affolter, Geschäftsführer des Berner Heimverbands.

Der Heimverband Bern will als nächstes nun mögliche Massnahmen mit den nationalen Verbänden diskutieren. Der Verband begrüsst im übrigen die vom Kanton Bern in Auftrag gegebene Untersuchung der Abläufe in den Institutionen und der kantonalen Aufsicht. «Wir wollen im Interesse der behinderten Bewohnerinnen und Bewohner alle Schwachstellen klären und aus dem Geschehenen lernen», schloss Wüthrich.

SDA/tan

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