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Berner am WEF

Man erkennt sie am Knopf im Ohr – die Personenschützer am WEF. Immer wenn sich ein Staats- oder Regierungschef in Davos aufhält, stehen sie diskret in Anzügen gekleidet in der Nähe. Auch Berner Polizisten sind darunter.

Der Berner Polizist in Davos. Er will unerkannt bleiben.
Der Berner Polizist in Davos. Er will unerkannt bleiben.
zvg

Einer von ihnen erzählte dieser Zeitung von seinem Einsatz. Da er der Sondereinsatztruppe Enzian angehört, möchte er nicht, dass sein Name in der Zeitung erscheint. Zudem macht er vor dem Gespräch klar, dass er nichts verraten darf, das Rückschlüsse auf die Einsatzdoktrin zulässt. Tabu sind beispielsweise Angaben zur Anzahl der eingesetzten Polizisten.

Dann beginnt er zu erzählen: «Meinen Auftrag habe ich erfüllt, wenn die von mir und meinen Kollegen beschützten Personen wieder unversehrt in ihr Heimatland zurückkehren können.» Da er ein erfahrener Personenschützer ist, reiste er bereits am Wochenende an und gab den Kollegen und Kolleginnen aus anderen Kantonen Weiterbildungsunterricht. Alle Personenschützer gehören in ihrem Kanton der jeweiligen Spezialeinheit an, zu deren Pflichtenheft in der Regel auch Personenschutzaufträge gehören. Die Polizisten kennen also das Handwerk. Es geht darum, dass alle nach denselben Regeln vorgehen. Sämtliche Kantonspolizeien der Schweiz schicken in Abhängigkeit der Bevölkerungszahl ein Kontingent von Polizisten ans WEF. Alle Polizisten stehen unter dem Kommando der Kantonspolizei Graubünden.

Wenn der Polizist von den ihm anvertrauten Personen spricht, nennt er sie VIPs, very important persons. «Unser Auftrag ist es, die Personen ständig zu begleiten und zu beschützen. Vom Moment, in dem sie aufstehen, bis sie ins Bett gehen», sagt der 42-Jährige. Die Anzahl der zugeteilten Personenschützer und die Art der Bewachung in der Nacht hängt von der Beurteilung des Bundessicherheitsdienstes ab.

Vom Glamourfaktor der Berühmtheiten dürfen sich die Polizisten in ihren Einsätzen nicht ablenken lassen. «Ein Personenschützer muss immer alle Menschen, die sich rund um einen VIP aufhalten, im Auge behalten. Und er sollte ein gutes Auge dafür haben, wer nur ein Autogramm möchte und wer einen Übergriff plant.» Im Alltag geht es indes in aller Regel um weniger dramatische Dinge: So müssen die Personenschützer gelegentlich den VIPs den Weg durch die Menschenmenge bahnen oder ihnen aufdringliche Journalisten vom Leib halten. «Und manchmal geht es auch nur darum, sie bei Eis und Schnee vor einem Sturz zu bewahren», erzählt der Berner.

«Ich komme immer gerne nach Davos», zieht er Bilanz.Die Aufgabe hier sei sehr interessant und intensiv. Dass Arbeitstage von 12 Stunden eher die Regel als eine Ausnahme sind, macht ihm nichts aus. Bei solchen Spezialeinsätzen mit dabei zu sein, war allerdings nicht sein Jugendtraum. «Erst in der Polizeischule wurde mein Interesse an einer solchen Tätigkeit geweckt», erzählt der gelernte Automechaniker. Was er schliesslich in Davos schätzt, ist die Teamarbeit mit den Kollegen aus den anderen Kantonen. «Da ich schon mehrmals am WEF war, kennt man sich mittlerweile», sagt er. Und er hofft, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

BZ/sny

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