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Beim Migrationsdienst ist auch der Interims-Chef abwesend

Der Kanton Bern hat kurzfristig noch ein anderes Problem als die Kosten: Iris Rivas muss als Leiterin des Migrationsdienstes ersetzt werden. ­Markus Aeschlimann, der den Dienst ad interim leitet, ist ­zudem in den Ferien.

Mit den wärmeren Temperaturen dürften auch wieder mehr Flüchtlinge nach Europa und in die Schweiz gelangen. Ob der Kanton Bern aber kurzfristig darauf vorbereitet ist, scheint fraglich. Am Freitag vor einer Woche wurde bekannt, dass Iris Rivas als Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes (Midi) gekündigt hat. Die Hintergründe sind bis heute unbekannt. Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) sprach gar von einer Freistellung (wir berichteten).

Seither leitet Markus Aeschlimann, der Geschäftsleiter des Amts für Migration und Personenstand, den Midi interimistisch. Auf dem Papier jedenfalls ist dem so. In der Praxis aber ist Aeschlimann erst einmal für drei Wochen in die Ferien abgereist. Und dies nur einige Tag nach Bekanntwerden von Rivas’ Kündigung.

Laut seiner Stellvertreterin Verena Berisha ist Aeschlimann noch bis zum 8. April abwesend. In der Zwischenzeit leitet Beri­sha den Migrationsdienst ad interim. «Aufgrund der Absprachen und der internen Organisation sahen wir die Dringlichkeit nicht gegeben, dass Markus Aeschlimann die lange im Voraus geplanten Ferien mit seiner Familie ­verschieben muss», sagt sie.

Kündigungen und Austritte seien zudem nicht immer planbar. Hätte Aeschlimann die Ferien nun verschoben, hätte dies das Rekrutierungsverfahren für die Nachfolge von Rivas verzögert, sagt Berisha. So sei die Stelle noch vor seinen Ferien ausgeschrieben worden, und er könne nach seiner Rückkehr direkt mit den Evaluationsgesprächen beginnen.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Aeschlimann zu einem fragwürdigen Zeitpunkt verreist: Während der Grossratsdebatte über den Bericht der Oberaufsichtskommission zu den Missständen im Migrationsamt vor zwei Jahren war Aeschlimann ebenfalls in den Ferien. Manchen Grossräten stiess dies sauer auf. Marianne Schenk (BDP, Schüpfen) etwa nannte dies damals «einen absoluten Affront».

«Arbeiten werden erledigt»

Auch die jüngste Abwesenheit stösst auf Kritik: «Wenn man einen so wichtigen Posten übernimmt, ist es suboptimal, wenn man dann gleich für drei Wochen in die Ferien verreist», sagt Peter Siegenthaler (SP, Thun), Grossrat und Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

Die Arbeiten beim Midi würden auch in der Zwischenzeit «mit hoher Intensität weiterverfolgt», versichert hingegen Beri­sha. Im Hinblick auf eine mögliche Flüchtlingswelle seien zudem diverse Arbeiten im Gang. «Aufgrund der aktuell noch laufenden Planungen auf Bundesstufe und der parallel dazu laufenden Arbeiten auf Stufe Kanton können wir hierzu aber noch keine Details bekannt geben.»

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