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Bauernbetriebe bleiben trotz Heirat eigenständig

Weil eine Biobäuerin und ein konventionell produzierender Bauer aus dem Kanton Bern 2013 heirateten, sollten ihre beiden Höfe neu als ein Betrieb gelten. Das Bundesverwaltungsgericht hat dies nun korrigiert.

Eine Bäuerin und ein Bauer heirateten. Ihre beiden Betriebe bleiben trotzdem eigenständig, so entschied das Bundesverwaltungsgericht.
Eine Bäuerin und ein Bauer heirateten. Ihre beiden Betriebe bleiben trotzdem eigenständig, so entschied das Bundesverwaltungsgericht.
Johanna Bossart

Nach der Heirat einer Biobäuerin und eines konventionell produzierenden Bauern hätten deren Höfe zu einem Betrieb zusammengefasst werden sollen. So wollte es die Berner Volkswirtschaftsdirektion. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Entscheid nun umgestossen, wie ein am Mittwoch veröffentlichtes Urteil zeigt.

Die Volkswirtschaftsdirektion hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass die entsprechende Verordnung klar festlege, dass nach einer Heirat zwei Betriebe neu als einer gelten. Es handle sich dann einfach um einen Betrieb mit zwei Produktionsstätten.Mit dieser Regelung werde den Synergieeffekten Rechnung getragen, die durch eine Ehe entstünden. Zudem solle es nicht möglich sein, durch Aufteilung eines Betriebes unter dem Strich zu mehr Beiträgen zu kommen.

Wie aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervorgeht, hätte das Ehepaar bei einer Zusammenlegung aber weder von Synergien profitiert, noch wäre es mit den Beiträgen besonders einfach geworden. Die Zusammenlegung hätte zunächst zur Folge gehabt, dass das Paar ein Gesuch für die Weiterführung des Biobetriebs hätte einreichen müssen.

Zudem liegen die beiden Höfe mehr als 10 Kilometer voneinander entfernt, und der Biobetrieb liegt über 200 Höhenmeter höher als jener des konventionellen Betriebs. Die Bäuerin hat ausserdem andere Absatzwege für ihre Erzeugnisse und andere Finanzverhältnisse.

Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb entschieden, dass es gegen das Gebot der Verhältnismässigkeit verstossen würde, wenn die beiden eigenständigen Betriebe zusammengeführt werden müssten.

Für die Zeit ab dem 1. Januar 2016 ist die Sachlage durch eine Verordnungsänderung viel einfacher: Seither gelten eigenständige Betriebe, die in die Partnerschaft eingebracht werden, auch weiterhin als solche.

SDA

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