Ungewöhnliche Häufung von Fehlalarmen

Schon siebenmal hat heuer eine Sirene im Kanton Bern fälschlicherweise aufgeheult. Damit ist der Schnitt der letzten Jahre fast schon erreicht.

Bei zu vielen Fehlalarmen besteht das Risiko, dass Anwohner den Ernstfall unterschätzen könnten.

Bei zu vielen Fehlalarmen besteht das Risiko, dass Anwohner den Ernstfall unterschätzen könnten.

(Bild: Raphael Moser)

Martin Bürki@tinubuerki27

Um halb 6 Uhr am Donnerstagmorgen heulte plötzlich die Sirene auf, die sich auf dem Dach der Schule in Höfen bei Thun befindet, und riss wohl den einen oder anderen Anwohner aus dem Schlaf. Die Sorgen waren unbegründet: Es handelte sich um einen Fehlalarm.

«Wieder einmal», könnte man sagen, nachdem erst am Montag eine Sirene in Bern gleich fünfmal fälschlicherweise losgegangen war. Ebenfalls in Bern mussten – oder durften – die Behörden Ende Februar und Anfang März zweimal Entwarnung geben nach einem Fehlalarm.

«Tatsächlich eine ungewöhnliche Häufung», konstatiert auch Olivier Andres, Stabschef des kantonalen Amts für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär. Nach Angaben des Amtes ist es heuer im Kanton Bern bereits an sieben Standorten zu Sirenen-Fehlalarmen gekommen, während der Schnitt der letzten Jahre bei insgesamt rund neun Fällen liege.

Allerdings geht Andres nach aktuellem Kenntnisstand von einer zufälligen Häufung aus, «da die bisher bekannten Ursachen für die Fehlalarme unterschiedlich sind und kein Muster erkennbar ist.»

  • In einem Fall war eine Korrosion (Eindringen von Wasser in den Schlüsselschalter) der Grund,
  • ein Fall war auf eine Fehlmanipulation zurückzuführen,
  • in einem Fall wurde zwar ein Fehlalarm via Radio vermeldet, die Sirene heulte jedoch nicht,
  • zwei Fälle (Auslösung der selben Sirene) in der Stadt Bern waren auf Bauarbeiten zurückzuführen,
  • in drei Fällen (darunter die jüngsten Fehlalarme von dieser Woche) sind die Ursachenabklärungen durch die Liefer-/Installationsfirmen der Sirenen noch im Gange.

Natürlich gelte es, Fehlalarme zu vermeiden, damit die Bevölkerung nicht abstumpft. Ganz auszuschliessen sei es aber nicht. Defekte Sirenen werden vom Netz genommen, repariert und wieder angeschlossen. «Die Alarmierung der Bevölkerung bleibt durch andere stationäre Sirenen oder mobile Sirenen sichergestellt», beteuert Olivier Andres. Aktuell befinden sich im Kanton Bern 674 stationäre Sirenen.

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt