Kanton Bern setzt Zeichen gegen Hausärztemangel

Kanton Bern

Medizinstudierende sollen bis zum Praxiseinstieg systematisch begleitet werden. Dies hat der Grosse Rat entschieden.

Die Hausarztmedizin soll an der Universität einen höheren Stellenwerk erhalten.

Die Hausarztmedizin soll an der Universität einen höheren Stellenwerk erhalten.

(Bild: iStock)

Im Kampf gegen den Hausärztemangel soll der Kanton Bern neue Wege gehen. Der Grosse Rat wünscht sich ein Programm, das Medizinstudierende bis zum Praxiseinstieg begleitet und unterstützt.

Mit 138 zu 6 Stimmen überwies das Kantonsparlament am Mittwoch eine entsprechende Motion aus den Reihen von SP, FDP, BDP, EVP, Grünen und SVP. Der Regierungsrat ist bereit, dem Berner Institut für Hausarztmedizin für die drei Jahre dauernde Implementierung des Programms eine halbe Million Franken zur Verfügung zu stellen.

Der Hausärztemangel betrifft im Kanton Bern besonders die ländlichen Gebiete. Im Rahmen des Programms sollen Medizinstudierende durchs Studium und die Weiterbildung begleitet werden. Das Programm soll auch Aufschluss darüber geben, warum manche Studierende wieder vom Berufswunsch «Hausarzt» abkommen.

Das neuartige Programm sei «ein solides Puzzleteil, um die Grundversorgung in Zukunft sichern zu helfen», sagte Melanie Beutler-Hohenberger (EVP) in der kurzen Debatte. Weitere Anstrengungen seien unabdingbar, ergänzte Sarah Gabi Schönenberger (SP). So müsse die Hausarztmedizin an der Universität einen höheren Stellenwert erhalten.

Der Kanton Bern bemüht sich schon länger um Massnahmen gegen den Hausarztemängel. Seit 2008 unterstützt er das Praxisassistenz-Programm des Instituts für Hausarztmedizin. Auf 2019 wurde die Anzahl Praxisassistenz-Stellen von 21 auf 35 erhöht. Der Kanton leistet einen jährlichen Beitrag von 1,5 Millionen Franken.

flo/sda

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