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185'000 Berner wären obdachlos

Wenn im Kernkraftwerk Mühleberg eine Katastrophe wie im japanischen Fukushima passieren würde, müssten bei einer typischen Westwindlage 185'000 Menschen ihre Häuser für immer verlassen. Dies das Fazit einer Studie.

Ein «Fukushima» in Mühleberg führt laut Studie zu unlösbaren Problemen.
Ein «Fukushima» in Mühleberg führt laut Studie zu unlösbaren Problemen.
Keystone

Laut der von drei Organisationen in Auftrag gegebenen Studie des Öko-Instituts Darmstadt in Deutschland würde auch ein Viertel der Fläche der Schweiz mit Radioaktivität kontaminiert. Und in Bern und Umgebung müssten innert einer Stunde 90'000 Menschen evakuiert werden.

Die drei Organisationen Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Ärzte für soziale Verantwortung und Greenpeace ziehen aus der Studie den Schluss, dass ein wirksamer Katastrophenschutz im Fall eines Ereignisses der Art von Fukushima in Mühleberg gar nicht möglich ist. Deshalb gehöre das AKW Mühleberg sofort abgeschaltet, sagten Vertreter vor den Medien in Bern.

Das AKW Mühleberg liessen die drei Organisationen mit Fukushima vergleichen, weil im Kernkraftwerk bei Bern ihren Angaben zufolge ein Reaktor des gleichen Typs im Einsatz steht. Und weil der 40- jährige Reaktor in Mühleberg einer der ältesten der Welt sei.

Bielersee stark betroffen

Die Autoren der Studie haben auch untersucht, was passieren würde, wenn bei einer Katastrophe im AKW Mühleberg gleich viel verseuchtes Wasser austreten würde wie nach dem Tsunami von Fukushima. Ihr Fazit: Die Aare würde bis zum Bielersee so stark strahlen, dass der Aufenthalt an ihrem Ufer lebensbedrohlich wäre.

Nach vier Stunden wäre das radioaktiv verseuchte Wasser im Bielersee angekommen und dort bliebe ein Grossteil der Radioaktivität am Seeboden. Denn diese bindet sich an Feststoffpartikel.

Nach acht Tagen hätte die Radioaktivität so hohe Werte erreicht, dass am Bielersee ein langfristiges Aufenthaltsverbot am Ufer nötig würde. Die Einschränkungen an der Aare bis zum Bielersee könnten hingegen nach einer gewissen Zeit aufgehoben werden.

Für die Aare nach dem Bielersee gehen die Autoren der Studie von keinen Einschränkungen aus.

SDA/js

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