Zum Hauptinhalt springen

170 Millionen für Mühleberg-Nachrüstung

Trotz Protesten und Auflagen hält die BKW am Betrieb des AKW Mühleberg fest. Nun legt die Betreiberin dar, wie die Anlage nachgerüstet werden soll.

Anwohner wollen, dass das Kraftwerk geschlossen wird: Das AKW Mühleberg.
Anwohner wollen, dass das Kraftwerk geschlossen wird: Das AKW Mühleberg.
Keystone

Der bernische Energiekonzern BKW hat beim Bund ein Instandhaltungskonzept für den Langzeitbetrieb des Atomkraftwerks Mühleberg eingereicht. Gleichzeitig deponierte die BKW auch vorsorglich ein Verlängerungsgesuch für den Weiterbetrieb der Anlage.

Die Bernischen Kraftwerke AG reagieren mit diesen beiden Schritten auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von Anfang März. Es entschied, dass die BKW ihr Kernkraftwerk bei Bern nur noch bis Mitte 2013 betreiben darf, sofern der Konzern nicht bis dann ein umfassendes Instandhaltungskonzept vorlegt.

Mit dem Verlängerungsgesuch will die BKW den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Mühleberg auch für den Fall sicherstellen, dass das Bundesgericht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht aufheben sollte oder später als Mitte 2013 entscheidet.

Langzeitbetrieb heisst für die BKW, die Anlage in Mühleberg bis ins Jahr 2022 laufen zu lassen, wie Vertreter vor den Medien sagten. Die BKW bleibt damit bei ihrer Strategie, das Kernkraftwerk Mühleberg noch zehn Jahre lang zu betreiben und dann voll auf erneuerbare Energie zu setzen.

170 Millionen zusätzliche Investitionen

170 Millionen Franken will die BKW zusätzlich investieren, um die Sicherheit des AKW Mühleberg in den nächsten zehn Jahren zu verbessern. Es geht vollumfänglich um bereits angekündigte Massnahmen. Es ist dies der Ersatz der heutigen vier Zuganker zur Stabilisierung des rissigen Kernmantels durch sechs neue.

Dann der Bau einer Reserve-Wasserleitung von der Saane her für den Fall, dass die Kühlung durch Aarewasser ausfallen würde. Schliesslich ein alternatives Brennelement-Lagerbeckenkühlsystem im Reaktorgebäude, ein zusätzliches Nachwärmeabfuhrsystem ebenfalls in diesem Gebäude und die Verbesserung der Erdbebensicherheit des Wasserstaudamms oberhalb des AKW.

Die Pfähle zur Verstärkung des Staudamms möchte die BKW Mitte 2013 in den Boden gerammt haben. Die Verbesserung der Kühlung verspricht sie für einen Zeitpunkt 36 Monate nach der Bewilligung durch die Behörden. Und die neuen Zuganker sollen bis 2017 installiert sein.

Es lohne sich für die BKW wirtschaftlich, mit 170 Millionen Franken den Betrieb des AKW Mühleberg für weitere zehn Jahre zu ermöglichen, sagte Hermann Ineichen, Leiter Energie Schweiz der BKW. Nun habe die BKW den Behörden alles eingereicht, was diese verlangten. Ein Meilenstein sei erreicht.

Etwas muss die BKW aber doch noch nachliefern, wie die BKW- Vertreter einräumten: Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi verlangte Anfang Juli im Zusammenhang mit der Überpüfung der Erdbebensicherheit aller AKW in der Schweiz von Mühleberg den Nachweis, dass bei einem schweren Beben die dortigen Brennelemente nicht abheben und auch nicht seitlich verschoben werden.

Ineichen machte dabei klar, dass die BKW den Grossteil der Unterlagen auch ohne Bundesverwaltungsgerichtsurteil und seit längerer Zeit erarbeitete. Dies aufgrund der alle zehn Jahre stattfindenden periodischen Sicherheitsüberprüfungen. Etwa 40 Bundesordner stark ist das Instandhaltungskonzept.

Derzeit befristet bis Ende Juni 2013

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen März eine Beschwerde von Anwohnerinnen und Anwohnern gegen die zeitlich unbeschränkte Betriebsbewilligung für das AKW gutgeheissen und den Betrieb aus Sicherheitsgründen auf Ende Juni 2013 befristet.

Gegen diesen Entscheid haben die BKW, aber auch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) von Bundesrätin Doris Leuthard beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht.

Ausserdem entschied Ende Juli das Bundesverwaltungsgericht, dass das Uvek das Gesuch um Entzug der Betriebsbewilligung für das AKW Mühleberg inhaltlich prüfen muss, welches Anwohner des Berner Kraftwerks nach der Fukushima-Katastrophe 2011 gestellt haben.

SDA/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch