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Jornod beschränkt sich auf das Präsidium

GalenicaDie letzten 15 Jahre war Etienne Jornod Präsident und CEO der Galenica-Gruppe. Ab 2012 konzentriert er sich auf das Verwaltungsratspräsidium des Berner Pharma- und Apothekenkonzerns. Das operative Geschäft übergibt er David Ebsworth.

Etienne Jornod konnte gestern zum 15. Mal in Folge ein Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich verkünden. Gleichzeitig bestätigte der Konzernchef und Verwaltungsratspräsident der Galenica-Gruppe seine schon vor einigen Jahren gemachte Ankündigung, sich ab 2012 aus dem Tagesgeschäft zurückzuziehen. Jornod will mehr Zeit für die Weiterentwicklung der Gruppe verwenden. Er werde deshalb im Vollamt die Funktion des exekutiven Verwaltungsratspräsidenten übernehmen, erklärte er vor den Medien. Damit wird sein 15-jähriges Doppelmandat aufgeteilt, und Jornod stellte gestern seinen Nachfolger als Konzernchef vor: Der 56-jährige David Ebsworth wird ab 2012 die Gruppe führen. Ebsworth ist seit Herbst 2009 CEO der Galenica-Tochter Vifor Pharma, zuvor war er unter anderem für Bayer tätig. Er war bereits vor einigen Monaten von der «SonntagsZeitung» als möglicher Konzernchef genannt worden. Ebsworth, der in England Chemie und Germanistik studierte, sei sein Wunschkandidat gewesen, sagte Jornod. «Wir ergänzen uns optimal.» Investition in Eisenpräparat Etienne Jornod, der ein Jahr älter ist als Ebsworth, trat 1975 bei Galenica als Produktmanager ein. Seit 1996 ist er Präsident und Konzernchef, hat Galenica umgekrempelt und Gewinn und Umsatz gesteigert. Die 1927 von 16 Westschweizer Apothekern als Grossistin gegründete Galenica ist heute eine diversifizierte Unternehmensgruppe mit über 6500 Mitarbeitenden. Sie entwickelt, produziert und vertreibt Medikamente, führt Apotheken – darunter Sun Store und Amavita – und bietet Softwarelösungen für Arztpraxen und Apotheken an. Dank letzterem Bereich sei Galenica etwa optimal für die E-Health-Strategie des Bundesrates positioniert, sagte Jornod gestern. In den nächsten Jahren wird Galenica aber wie schon im vergangenen Jahr vor allem in die Entwicklung des Medikaments PA21 investieren, das insbesondere bei Dialysepatienten zum Einsatz kommt. Ausserdem soll das Vifor-Eisenpräparat Ferinject, das intravenös verabreicht wird, weitervermarktet werden. Es werde nicht nur Geld, sondern auch Zeit brauchen, bis sich der Erfolg einstelle, teilte die Gruppe mit. Denn Galenica will weltweit den Anwendungsbereich des Eisenpräparats erweitern. Ferinject sei zweifellos der bedeutendste Wachstumstreiber, erklärte David Ebsworth gestern vor den Medien. «Wir haben uns deshalb in diesem Bereich offensive Wachstumsziele gesetzt.» Galenica werde alles daransetzen, die Zulassung in weiteren Ländern zu erhalten, 2012 wolle man sie in den USA beantragen, nachdem ein erster Versuch 2008 gescheitert war. Ziel für 2011 Galenica blicke mit Zuversicht in die Zukunft, auch wenn der politische Druck in verschiedenen Ländern steige und der starke Franken sich negativ auswirke, teilte die Gruppe mit. Aufgrund der externen Einflussfaktoren, insbesondere der Entwicklung von Dollar und Euro, habe sich Galenica zum Ziel gesetzt, 2011 mindestens das gleiche Ergebnis wie 2010 zu erzielen. Jornods Entlöhnung als Verwaltungsratspräsident wird ausschliesslich in Aktien erfolgen, welche für fünf Jahre gesperrt sind. Damit unterstreiche Jornod seine Überzeugung vom langfristigen Entwicklungspotenzial der Gruppe. Brigitte Walser/sda >

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