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Integration: Infos in Albanisch

Der Kanton Solothurn nimmt seine Aufgabe, ausländischen Neuzuzügern ihre Rechte und Pflichten zu erklären, ernst: Er veranstaltet für jede Sprachgruppe einen eigenen Anlass. Der erste fand gestern Abend in Albanisch statt.

«Vor 20 Jahren kam ich in die Schweiz. Ich kam ohne Hab und Gut und ohne Namen.» Mit diesen Worten – allerdings in Albanisch – begann Giuliano Iseini gestern Abend die Schilderung seiner ersten Jahre in der Schweiz. Er lernte Deutsch, studierte Linguistik. Heute arbeitet Iseini als Dolmetscher für das Bundesamt für Migration und ist

Mitglied der Fachkommission

Integration im Kanton Solothurn. Die Geschichte seiner ersten Jahre in der Schweiz erzählte Giuliano Iseini rund 80 Zuhörern, die die selbe Muttersprache sprechen wie er, und die, gleich wie er vor zwanzig Jahren, in die Schweiz kamen, um hier zu leben – allerdings erst vor wenigen Monaten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Kantons und des Bundes erklärte Iseini den Leuten, worauf sie achten und was sie unternehmen müssen, um sich in der Schweiz, im Kanton Solothurn, zurechtzufinden und wohl zu fühlen.

Nicht nur Pflichtübung

Das neue Ausländergesetz verpflichtet die Kantone, Ausländerinnen und Ausländer über ihre Rechte und Pflichten und über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz zu informieren. Der Kanton Solothurn will diese Aufgabe nicht zur Pflichtübung verkommen lassen: Damit die Informationen auch wirklich bei den Leuten «ankommen», will das Amt für soziale Sicherheit für ausländische Neuzuzüger regelmässig Willkommensanlässe durchführen – und zwar für jede Sprachgruppe separat. Der erste Anlass fand gestern unter der Leitung von Albert Weibel, Integrationsdelegierter des Kantons Solothurn, im kleinen Konzertsaal statt.

Neben Giuliano Iseini informierten sieben weitere Personen in Kürzestvorträgen über Rechte und Pflichten: Anna Duca vom Amt für öffentliche Sicherheit etwa erörtete Fragen zum Ausländerrecht, Elisabeth Ambühl-Christen vom Amt für Volksschule und Kindergarten ermunterte die Eltern, sich am Schulalltag ihrer Kinder zu beteiligen, und Plinio Corbetti vom Amt für Wirtschaft und Arbeit lieferte Antworten auf Fragen zur Arbeit. Die Übersetzung auf Albanisch lieferte Iseini. Und immer wieder kam man auf das Hauptanliegen zu sprechen: «Lernen Sie Deutsch.»

Infos sind gefragt

Die Informationen wurden – wie auch all die Prospekte, die aufgelegt waren – offensichtlich dankbar angenommen. So erfuhren nicht nur die neu Zugezogenen vieles, das ihnen noch nicht bekannt war, wie etwa Vjollca Zhuniqi aus Grenchen, die bereits seit 13 Jahren in der Schweiz wohnt und perfekt Schweizerdeutsch spricht. Sie kam mit ihrem Mann Elvis, der erst im Mai aus dem Kosovo hierher zog. «Vorher wusste ich manchmal nicht, wohin ich mich mit meinen Fragen wenden soll, nun habe ich die Leute einmal gesehen», sagt sie. Zymer Ahmeti aus Balsthal – der 24-Jährige wohnt seit 15 Jahren in der Schweiz, seine Frau Hamide erst seit einem Monat – war vor allem froh um die Prospekte mit hilfreichen Adressen.

Nicht nur von Seiten der Neuzuzüger war das Interesse gross – von den 175 Eingeladenen hatten sich immerhin fast die Hälfte angemeldet – neben den lokalen Medien waren auch Journalisten von zwei albanischsprachigen Zeitungen angereist: Dank der «Koha Ditore», laut Weibel die bedeutendste Zeitung im Kosovo, und der «Bota Sot» wird man in einem guten Teil Europas und im Kosovo über den Solothurner Integrationsanlass lesen können.

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