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Inszenierung des Unvorhersehbaren

ThunUnter dem Titel «Hühner kreischen international» fand am Montagabend in der Konzepthalle 6 in Thun eine Tanzproduktion statt. Federführend war die gebürtige Thunerin Francesca Honegger. Die Aufführung barg einiges an bizarren Dingen.

Die Vorstellung von drei Hühnern, die «herumhühnern», bildete die Ausgangslage für die Tanzperformance «Hühner kreischen international», welche am Montagabend in der Konzepthalle 6 in Thun aufgeführt wurde. Die gebürtige Thunerin Francesca Honegger hatte in enger Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen Annalena Fröhlich und Ewelina Guzik das Konzept und die Choreografie für diese Produktion erarbeitet. «Wir haben oft im öffentlichen Raum für diese Inszenierung geprobt und hatten so die Gelegenheit, die Leute zu beobachten», erinnert sich Francesca Honegger. Dabei sei ihnen aufgefallen, dass sich die Art, wie sich junge Mädchen unterhalten, oft wie das Gackern von Hühnern anhöre – und zwar egal in welcher Sprache. «Dieses Geschnatter ist also international verständlich. Das ist auch der Grund, warum wir die Produktion danach benannt haben», sagte Honegger. Dadaistische Lautfolgen Inspiriert von diesem Verhalten, begannen die drei Tänzerinnen solche Alltagsszenen nachzuspielen und als Stück umzusetzen. So begegneten sich die Darstellerinnen während der Aufführung beispielsweise in der Mitte der Bühne und begrüssten sich lautstark in verschiedensten Sprachen. Nach einiger Zeit ging das Geplapper der Frauen in dadaistisch anmutende Lautfolgen über, bevor es sich zu einem ohrenbetäubenden Gackern und Gekreische steigerte und dann plötzlich verstummte. Von Hühnern war auch die darauffolgende Tanzszene inspiriert, bei der Francesca Honegger und Ewelina Guzik auf spielerisch-tänzerische Weise einen Hahnen- oder besser gesagt Hennenkampf austrugen, der von einer Gesangseinlage von Annalena Fröhlich untermalt wurde. Tänzerinnen überraschten Während der ganzen Aufführung überraschten die drei Tänzerinnen ihr Publikum immer wieder mit unvorhersehbaren Einlagen, wie etwa damit, dass plötzlich ein echtes, gerupftes Suppenhuhn von der Decke fiel oder dass sie die Zuschauer aufforderten, von ihren Stühlen aufzustehen, damit sie diese schliesslich in der Mitte des Raumes zu ei-nem Stuhlberg zusammentragen konnten. In dieser Inszenierung des Unvorhersehbaren lag letztlich auch die Stärke der Aufführung. Denn indem die Performerinnen die Erwartungen der Zuschauer bewusst nicht erfüllten, regten sie diese zum Nachdenken und vor allem auch zum Lachen an und bereiteten ihnen damit einen äusserst unterhaltsamen Abend. Therese Krähenbühl>

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