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Importierter Schiesslärm sorgt für Unmut

In Rüttenen regt sich Widerstand gegen den Schiesslärm, der vom Schützenhaus Langendorf kommt. In einer Petition verlangen lärmgeplagte Rüttener vom Gemeinderat, er solle nach Lösungen suchen.

Hier wird es laut: Das Schützernhaus Langendorf raubt manchem Rüttener die Ruhe.
Hier wird es laut: Das Schützernhaus Langendorf raubt manchem Rüttener die Ruhe.
Beat Mathys

Im Sommer knallt es regelmässig in der Gegend der Jurastrasse und des Fallernhölzli. Der Lärm kommt aus dem Schützenhaus von Langendorf. Dieses steht nahe an der Gemeindegrenze zu Rüttenen. Hier gehen an den Abenden und an Samstagen die Schützen ihrem Hobby nach.

Dabei kommen sie anderen Freizeitgeniessern in die Quere. «Es kommt während dieser Zeit zu Interessenskonflikten», sagt Beat Jäggi, der an der Jurastrasse wohnt. Einen geruhsamen Abend auf der Terrasse zu verbringen oder im Garten noch ein wenig zu wirken, sei an Schiesstagen kaum möglich. Jäggi kennt die Abfolge der Laute von Schüssen inzwischen ganz genau. Zu Beginn sei ein dumpfer aber starker Knall zu hören, dass fliege die Kugel durch die Luft und verursache nochmals Lärm bis sie mit starker Geschwindigkeit in die Zielscheibe pralle.

Wand reflektiert den Schall

Diese Lärmemissionen wollen die Anwohner nicht mehr dulden. Sie sind es leid, im Sommer bei geschlossenen Fenstern im Innern der Häuser zu sitzen. 46 Unterschriften haben sie gesammelt, um so der Gemeinde Rüttenen die Situation vor Augen zu führen und sie zum Handeln aufzufordern. Im Westen der Anlage wurde unlängst eine rund 50 Meter lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand erstellt, um die Langendorfer Anwohner zu schützen.

Seither werde durch die Schallreflektierung des Mündungs- sowie des Überschallknalls deutlich mehr Schallenergie in Richtung Osten, also nach Rüttenen abgestrahlt, ist in der eingereichten Petition zu lesen. Konkret heisst dies, dass die Anwohner auf der Seite von Langendorf jetzt zwar besser vor dem Lärm geschützt sind, dieser jedoch umso stärker in Richtung Rüttenen dringt.

Demnächst im Gemeinderat

Die Petitionäre möchten, dass nochmals Schallmessungen durchgeführt werden. Im August 2004 kam das kantonale Amt für Umwelt nach ersten Messungen zum Schluss, dass die Werte zwar an der oberen Grenze liegen, aber nicht überschritten werden.

Beat Jäggi plädiert als Erstunterzeichner der Petition dafür, dass weitere Liegenschaften in die Messungen einbezogen werden. Oberhalb des Schiessstandes sei es besonders schlimm, erklärt er.

Heidi Pauli, Gemeindepräsidentin von Rüttenen, kennt das Problem der Anwohner. Die Petition ist bei der Behörde eingetroffen und soll demnächst im Gemeinderat behandelt werden. «Wir nehmen das Anliegen sicher ernst und gehen der Sache nach», sagt sie.

Pauli kann sich vorstellen, dass die Gemeinde nochmals eine Lärmmessung in Auftrag geben wird. Sie ist der Meinung, dass die Behörden die Schiesszeiten und die Schiesspläne genauer anschauen sollten. Eventuell liessen sich die Schiesspläne verdichten, und es käme an weniger Tagen zu Lärmemissionen. Da im Winter der Schiessbetrieb reduziert wird, können die Messungen vermutlich erst im nächsten Frühling gemacht werden.

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