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Im Kanton Bern lohnt sich der Vergleich

In Bern gelten bei Notariatsgebühren Minimal- und Maximaltarife. Der Preisüberwacher empfiehlt, Offerten einzuholen.

Wer ein Haus kauft oder einen Ehevertrag abschliesst, muss zwingend zum Notar. Das ist in der ganzen Schweiz gleich. Verschieden sind jedoch die sogenannten Notariatsgebühren: Sie variieren in den Kantonen massiv. Das zeigte gestern eine Studie zum Gebührenvergleich der kantonalen Notariatstarife einmal mehr. Denn die Kantone sind frei darin, wie hoch sie die Tarife festlegen. Die Kantone versuchen sich für die massiv unterschiedlichen Tarife zu rechtfertigen. «In einigen Kantonen ist das Personal besser ausgebildet» oder «Unsere Notare haben mehr Aufgaben als die in anderen Kantonen»: Solche Begründungen hört der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans immer wieder, wenn er mit den Zuständigen über Tarife feilscht. Allerdings sind seine Befugnisse beschränkt: Er verfügt bei den Notariatstarifen nur über ein Empfehlungsrecht. Für Meierhans ist nicht nachvollziehbar, dass bei Notariatspreisen das «gleiche Endprodukt» je nach Kanton dermassen unterschiedlich teuer ist. Das rät der Preisüberwacher Im Kanton Bern müssen sich die 310 Notare seit 2006 für Tätigkeiten an einen Maximalbetrag und einen Minimalbetrag halten. Innerhalb dieses Rahmens legt der Notar die Gebühr nach Arbeitsaufwand, Bedeutung des Geschäfts, übernommener Verantwortung und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Kunden fest. Die Notariatsgebühren finden die gesetzliche Grundlage in der Verordnung. «In Bern empfehlen wir den Konsumenten, die Notare auf diese Tarife anzusprechen», rät der Preisüberwacher. Er konkretisiert: «Es lohnt sich für die Kunden, wie bei anderen Dienstleistungen, im Vorfeld Offerten einzuholen und zu vergleichen.» Auch Thomas Hanke, Sekretär des Verbands bernischer Notare, ist zufrieden mit der neuen Verordnung: «Der Wettbewerb, der in Bern durch die Bandbreite der Tarife entstanden ist, wirkt sich positiv auf die Marktsituation aus.» Der Minimalwert im Kanton Bern ist im Vergleich zur restlichen Schweiz konkurrenzfähig (siehe Grafik). «Immer noch sehr hoch sind die Tarife im Kanton Bern jedoch bei den Maximalbeträgen», sagt der Preisüberwacher. Langsame Erfolge Die kantonal unterschiedlichen, teils überhöhten Notariatsgebühren beschäftigen die eidgenössische Preisüberwachung seit Jahren. «Vor allem in den Kantonen Genf, Waadt, Jura und Wallis besteht grosser Handlungsbedarf. Dort sind die Tarife überdurchschnittlich hoch», sagte Meierhans. «Bei Rechtsgeschäften, bei denen der Beizug eines kantonalen Notars nicht Voraussetzung ist, empfiehlt es sich unter Umständen sogar, auf ausserkantonale günstigere Notare auszuweichen», rät der Preisüberwacher. So könne zudem Geld gespart werden. Rahel Guggisberg>

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