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«Ich setze eine Eule auf die Akropolis», eine Geschichte

Una Rickenbacher hat eine fantastische Geschichte

Das in Ich-Form erzählte Märchen «Ich setze eine Eule auf die Akropolis. Eine Geschichte von Mäni und der Eule» handelt von der drollig gezeichneten Figur Mäni, die zum Leben erwacht, stets eine Ofengabel mit sich führt und der verschiedene Abenteuer widerfahren. Zur Seite steht ihr die weise und geliebte Keramikeule, die zuhört und Rat gibt. Mäni begegnet wundersamen Gestalten wie dem pflichtbewussten Engel mit der Posaune, einer mürrischen Eidechse, einem alles verschlingenden Wal und einem unanständigen Putto. Bei einem Ritt auf dem fliegenden Besen der garstigen Hexe trifft er missgestaltete Wesen, verlorene Seelen und gar den Teufel selbst. Er fliegt auf einem Teppich zum Nordpol, erlöst einen gespenstigen Ritter und befreit den Sohn des Hexenmeisters aus einer Rumflasche. Am Ende nehmen Schwäne den kleinen Mäni mit auf eine weite Reise. Die Eule bleibt allein zurück. Hier ein Auszug aus dem Märchenende: «Die Schwäne sind wunderschön. Sie sind weiss wie Schnee und haben so weiche Federn wie sonst niemand. Ich bewundere ihre langen, gebogenen Hälse immer mehr. Auch sind sie nicht fern und unerreichbar wie die Sterne. Aber die Eule kann ich nie vergessen. Keiner unter ihnen hat den verschleierten Blick, den ich so liebe an ihr. Ich kann die Heimkehr fast nicht erwarten, denn ich weiss, dass sie mich auch liebt. Tagebuch der Eule Vor langer Zeit ist mein lieber Gefährte auf eine Reise gegangen. Ich riet ihm dazu, denn er sagte, er liebe mich, und ich konnte das von mir noch nicht sagen. Nun kann ich es. Ja, ich liebe ihn und vermisse ihn unendlich. Nun muss ich allein hier sitzen, allein die Sonne, den Mond und die Sterne und all die schönen Dinge betrachten, und wenn ich traurig bin, ist niemand da, der mich tröstet und dem ich alles anvertrauen kann. Jeden Morgen, wenn die Sonne aufgeht, und jeden Abend, wenn sie untergeht, schaue ich nach ihm aus. Immer warte ich, aber bis jetzt ist er nicht gekommen. Jeden Morgen und Abend weine ich. Jeden Tag geht ein Stück Hoffnung verloren. () Wieder ist eine lange Zeit vorbei. Die wilden Schwäne brachten mir Nachricht. Sie sagten, er sei im Lande der Pyramiden und denke viel an mich. Mehr wussten sie auch nicht. Ich warte und warte und tue nichts anderes mehr. () Ich sage den Schwänen, sie sollen ihm sagen, dass ich auf der Akropolis in Athen auf ihn warten werde. Denn ich weiss, dass es in Athen Eulen in Hülle und Fülle gibt, und darum werde ich mich ganz auf mein Warten konzentrieren können, da dort niemand meinen Rat gebrauchen wird, den ich nicht geben kann. Dort werde ich bleiben, bis er kommt, oder der Tod. Und, wenn es ein Leben nach dem Tode gibt, werde ich immer noch warten.»nnh/Una Rickenbacher>

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