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Hochkarätiges Tauschgeschäft

Der SC Bern kann ab sofort auf die Dienste Lee Gorens zählen. Der 32-jährige Kanadier wechselt von Färjestads nach Bern. Als

Im Zusammenhang mit dem in der PostFinance-Arena durchgeführten Heimspiel der SCL Tigers vom 3.Januar 2010 hatten die Beteiligten oft den Begriff der «Win-win-Situation» bemüht. Selbigen Terminus verwendete die SCB Eishockey AG auch gestern bei der Bekanntgabe eines rein auf sportlichen Gründen basierenden Tauschgeschäfts: Der SC Bern hat mit dem achtfachen schwedischen Meister Färjestads BK einen Spielertransfer vereinbart: Der slowakische Flügelstürmer Lubos Bartecko verlässt die Berner per sofort in Richtung Schweden und wird durch den bisherigen Färjestads-Söldner Lee Goren (Ka) ersetzt. Empfehlung in Nürnberg Der SCB zeigte sich bereits vor einem Jahr an den Diensten Gorens interessiert, respektierte aber damals dessen bestehenden Vertrag. «Seit diesem Zeitpunkt stehe ich mit Färjestads’ Sportchef Thomas Rundqvist in Kontakt», sagt Sven Leuenberger. Nach einem Telefonat am vergangenen Donnerstag hatten sich die zwei Sportchefs innert drei Tagen auf den Spielertausch geeinigt. «Die Ausgangslage war ähnlich: zwei gute Spieler, die nicht mehr auf Touren gekommen sind. Ich bin überzeugt, dass dieser Tausch für sämtliche Parteien positiv sein kann», ergänzt der SCB-Sportchef. Der 32-jährige kanadische Flügelstürmer mit NHL-Vergangenheit (67 Spiele) ist in der Schweiz generell und beim SCB speziell kein Unbekannter: Im September 2008 hatte Goren am Qualifikationsturnier für die Champions Hockey League in Nürnberg für den SCB gespielt und dabei in der Formation mit Christian Dubé und Simon Gamache überzeugt. Nach dem Engagement bei den Bernern absolvierte der 1,91 Meter grosse und 93 Kilogramm schwere Stürmer neun Partien für den EV Zug und erzielte bei den Innerschweizern beachtliche 10 Skorerpunkte. Für Färjestads erreichte Goren in 53 Spielen 36 Punkte und sammelte 194 Strafminuten. «Lee bringt uns die Komponenten Physis und Schusskraft. Dafür verlieren wir mit dem Abgang von Lubos einerseits Technik, anderseits auch Geschwindigkeit», urteilt Leuenberger. Das schweizerisch-schwedische Tauschgeschäft basiert übrigens auf dem Prinzip des Realersatzes – ohne zusätzlichen Geldfluss. Der Streit auf Facebook Zuletzt war der kampfstarke Lee Goren wegen eines Forecheckings abseits des Eises in die Schlagzeilen der skandinavischen Boulevardpresse geraten. Auf der Internetplattform Facebook hatte Goren einem Färjestads-Fan, der den Kanadier zu mehr Einsatz aufgefordert hatte, mit Kraftausdrücken geantwortet und ihm gar Prügel angedroht. Nach diesem Vorfall hatte ein Fanklub eine offizielle Entschuldigung Gorens verlangt und nach deren Ausbleiben die gespeicherte Konversation publik gemacht. Seither ist das Tuch zwischen der in Karlstad beheimateten Equipe und dem Flügelstürmer zerschnitten. Lee Goren wird heute Abend in der Schweiz eintreffen und steht SCB-Trainer Larry Huras für die Wochenendpartien gegen Davos (Samstag) und Lugano (Sonntag) zur Verfügung. Barteckos Klasse Für Lubos Bartecko gilt dasselbe wie für Lee Goren: Der Transfer ist keine Reise ins Ungewisse: Vor seinem Engagement beim SCB hatte der Slowake während vier Saisons beim schwedischen Verein Luleå gespielt. Seine zweifelsfrei vorhandene Klasse zeigte Bartecko, der im slowakischen Aufgebot für die Olympischen Spiele steht, in Bern zuletzt aber kaum mehr. Er wartete gar seit dem 11.Oktober 2009 auf einen Torerfolg. «Er will regelmässig spielen, und wir konnten ihm diese Voraussetzung unter den gegebenen Umständen nicht bieten. Lubos ist ein toller Typ und hat, auf den möglichen Wechsel angesprochen, sehr positiv reagiert», sagt Leuenberger. Für Bartecko dürfte die Luftveränderung demnach ebenso produktiv wirken wie für den zuletzt bei Färjestads nicht mehr erwünschten Lee Goren. In wiefern der Tausch für die beiden Vereine Gewinn bringend ist, hängt von den zukünftigen Leistungen der zwei hochkarätigen «Tauschobjekte» ab. Reto Kirchhofer>

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