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Gold erhofft – Silber gewonnen

MountainbikeNino Schurter musste an der WM

Das Wallis war bereit für das Cross-Country-Spektakel. Die Stimmung ausgezeichnet, die WM-Strecke selektiv. Und die Schweizer waren in hoffnungsvoller Erwartung auf Medaillen. Am Ende des Rennens war die Hierarchie der laufenden Saison zementiert. Der Tscheche Jaroslav Kulhavy gewann vor dem Bündner Nino Schurter und dem Franzosen Julien Absalon. Dahinter konnte nur noch Titelverteidiger José Hermida mithalten. Zum fünften Mal in diesem Jahr wurde Schurter einzig von Kulhavy bezwungen. «Er ist derzeit einfach stärker als ich», musste der Silbergewinner anerkennen. Dabei lief das Rennen nach dem Gusto des 25-Jährigen. «Ich konnte ihm meine Taktik aufzwingen und ihn fordern.» Genützt hats nichts. In der zweitletzten Runde blieb Schurter an einer Wurzel hängen, musste absteigen und verlor rund 40 Meter. «Von da an fehlte mir die Kraft, um wieder aufzuschliessen.» Zwei Berner in Top 10 Im Rücken der Besten fuhren die Berner recht gut, ohne reelle Medaillenchance allerdings. Für Christoph Sauser war das Rennen bereits nach dem Start gelaufen. Der Sigriswiler geriet in ein Gerangel und wurde an die Abschrankung gedrängt. Er verlor sofort anderthalb Minuten auf die Spitze und fand sich auf Position 40 wieder. «Immerhin konnte ich danach beweisen, dass ich gut drauf war.» Der 35-jährige Routinier machte Platz um Platz gut. Sein Rückstand blieb lange Zeit konstant. Bis der Regen kam. Sauser konnte nicht mehr zusetzen, musste sich mit Rang 8 begnügen. Seine Bilanz: «Das Resultat ist den Umständen entsprechend gut.» Natürlich wäre mehr dringelegen, aber «um den Sieg hätte ich nicht mitfahren können». Drei Plätze vor Sauser klassierte sich Lukas Flückiger. Der Leimiswiler war damit zweitbester Schweizer und erreichte sein Rennziel. «Ich wollte in die Top 5», sagte er, «diesen Rang habe ich erreicht, Luftsprünge werde ich trotzdem keine machen. Im Hinterkopf war natürlich der Gewinn einer Medaille.» Der 27-Jährige wurde von einem Defekt gebremst. An der Bilanz änderten die gebrochenen Speichen jedoch nichts. «Es hätte auch ohne Defekt nicht zu einer Medaille gereicht. Bei der Stärke der Konkurrenten war mehr als Platz 5 nicht möglich.» Enttäuscht war Lukas Flückigers jüngerer Bruder Mathias mit Rang 13. Sein Rennbeginn war stark. Er befand sich zuerst in der ersten Verfolgergruppe, brach aber bei Rennhälfte etwas ein. Glücklich war somit nur Nino Schurter. Er hatte sich zwar Gold erhofft, aber immerhin Silber gewonnen. Genau wie an der letzten WM in der Schweiz. 2003 in Lugano wurde der Bündner bereits bei den Junioren Zweiter. Der Sieger hiess damals Genau, Jaroslav Kulhavy. Schwierige Selektion Den Schweizern blieb auch die Erkenntnis, die stärkste Nation der Welt zu sein. Die Dichte der ambitionierten Eidgenossen könnte sich jedoch im Hinblick auf Olympia 2012 als Nachteil herausstellen. Kulhavy, Absalon und Hermida müssen sich um die Selektion keine Gedanken machen und können sich früh auf das Rennen in London vorbereiten. Die Schweizer hingegen müssen alle um die Olympiateilnahme kämpfen und bereits zum nächstjährigen Saisonbeginn in Topform sein. Zu vergeben sind lediglich drei Startplätze. Diese wären im gestrigen Rennen an Schurter, Lukas Flückiger und Florian Vogel (6.) gegangen. Sauser war zwar der achtbeste Fahrer der Welt, jedoch nur viertbester Schweizer. Stephan DietrichResultate Seite 26>

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