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Gericht bestätigt hohe Strafen

Für einen der drei Bieler Strandboden-Mörder

Es war eine der schlimmsten Gewalttaten der letzten Jahre in Biel. Zusammen mit seinem 25-jährigen Kollegen tötete der 19-Jährige am Strandboden eine 43-jährigen Frau. Gestern ordnete das Obergericht statt des Gefängnisses eine Therapie in einer Erziehungsanstalt an. Gemeinsam hatten die beiden jungen Männer die Bluttat im Frühling 2007 geplant und in die Wege geleitet, zugeschlagen hatte schliesslich der damals 25-Jährige. Das Kreisgericht Biel-Nidau hatte den 19-Jährigen vor einem Jahr zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und seinen Kollegen zu 18 Jahren verurteilt. Die damals 21-jährige Frau, welche die Idee zum Mord geliefert und das Opfer an den Strandboden gelockt hatte, wurde ebenfalls zu einer Strafe von 18 Jahren verurteilt. Schuldsprüche bestätigt Gegen die Urteile hatten die drei ans Obergericht appelliert. Die Frau zog die Berufung vor der gestrigen Verhandlung zurück, die beiden jungen Männer hofften auf eine Reduktion ihrer Strafen. Zu Unrecht, das bernische Obergericht bestätigte gestern sowohl die Schuldsprüche als auch die Strafen. Für den inzwischen 21-Jährigen hat sich die Appellation dennoch gelohnt. Seine Strafe wurde zu Gunsten einer Massnahme aufgeschoben. Er wird die nächsten Jahre in einer Einrichtung für junge Erwachsene verbringen und hart an sich arbeiten müssen. Sollte er sich allerdings als nicht therapierbar erweisen, wird er seine Freiheitsstrafe absitzen müssen. Eine erzieherische Massnahme hatte er bereits vor dem Kreisgericht beantragt. Das damalige Expertengutachten hatte das Gericht allerdings zur Ablehnung bewogen. Ein neues Zusatzgutachten hatte jetzt zum Meinungsumschwung geführt. «Nach meiner Sicht spricht nichts dagegen, dass eine Therapie ihr Ziel erreichen kann», sagte die psychiatrische Gutachterin; das Risiko sei gering, dass der junge Mann ein weiteres Gewaltdelikt begehen könnte. Eine Reduktion des Strafmasses lehnte das Obergericht hingegen ab. Die beiden Männer hätten mit unglaublicher Brutalität und Skrupellosigkeit aus nichtigem Anlass einen Menschen getötet, begründete der Vorsitzende Marcel Cavin die Entscheidung. Es gebe keinen Anlass, die Entscheidungen der Vorinstanz umzustossen. Unglaubliche Kaltblütigkeit Der Tötung war eine Dreiecksgeschichte vorausgegangen. Sowohl der ältere der Männer als auch die später getötete Frau hatten sich eine Beziehung zur jungen Frau gewünscht. Die 43-Jährige hatte dabei die Jüngere mit massenhaft Liebesschwüren per SMS und Telefon eingedeckt. Schliesslich wurde dies der jungen Frau zu lästig, und sie verlangte von ihrem Verehrer den ultimativen Liebesbeweis: die Tötung der Frau. An jenem Abend Anfang März 2007 liess sich die jüngere Frau von der älteren zum Essen einladen. Während des Essens tauschte die junge Frau mit den beiden Männern eifrig SMS aus. Mit unglaublicher Kaltblütigkeit wurde geplant, wann und wo die Tötung stattfinden sollte. Ein erster Versuch in der Bieler Innenstadt scheiterte; ein zweiter nach Mitternacht am Strandboden gelang. Der ältere der Männer erschlug die Frau mit einem Baseball-Schläger. Die Bieler Polizei brauchte wenige Tage, um die Tat aufzuklären. Während der jüngste Beteiligte schnell ein umfassendes Geständnis ablegte, leugnete die Frau hartnäckig, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Pikant: Kurz nach der Tat löste sie die Beziehung mit ihrem Verehrer endgültig auf und schob ihm gar die ganze Verantwortung für den Mord in die Schuhe. Thomas Uhland>

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