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Für Fan-Feste ist kein Geld da

Eine stimmungsgeladene Fussballübertragung auf Grossbildleinwand auf dem Stadthausplatz in

Was waren das für Fussballfeste auf dem Stadthausplatz in Unterseen! Bis zu 3000 Fans fieberten, feierten und trauerten zusammen, als 2006 die Spiele der Weltmeisterschaft und zwei Jahre später der Europameisterschaft auf der Grossbildleinwand liefen. Wenn am 11. Juni in Johannesburg das Eröffnungsspiel der WM 2010 angepfiffen wird, wird es allerdings auf dem Stadthausplatz still bleiben. Diesmal wird es keine Übertragungen mit Leinwand in Unterseen geben, zu der 2008 noch insgesamt 20000 Menschen strömten. Sportevent ist Kultur Unterseens Gemeindepräsident Simon Margot bedauert das zutiefst. «Hier geht ein Stück Gesellschaftskultur verloren», sagt er. Denn auch ein solches Sportevent gehöre zur Kultur. Dennoch stosse die Gemeinde bei der Kulturförderung mit Grossveranstaltungen wie Interfolk, Jodlerfest und Starnacht, an deren Finanzierung sich Unterseen beteiligt, an ihre Grenzen. Ebenso wie Interlaken und Matten. Bei einem Treffen der Gemeinderäte aller drei Bödeli-Gemeinden habe man festgestellt, dass die Mehrheit nicht bereit gewesen wäre, mehr als insgesamt 25000 Franken für das Public Viewing aufzubringen, berichtet Simon Margot. Zu wenig, laut Businessplan würde eine solche vierwöchige Veranstaltung auf dem Stadthausplatz oder alternativ dem Amman-Hofer-Platz in Interlaken mindestens 70000 Franken kosten. Selbst wenn Unterseen also wie bei den letzten beiden Malen 35000 Franken in Form von Arbeitsleistungen aufbrächte, wozu die Gemeinde laut Margot bereit wäre, fehlte immer noch ein namhafter Geldbetrag. Den erklärt der Gemeindepräsident mit dem Wegfall zweier gewichtiger Sponsoren: der Jungfrau Zeitung und des Restaurants Benacus in Unterseen. Zügige Anmeldung Also das unwiderrufliche Ende aller Träume auf ein Fanfest zur WM im Sommer? «Wenn jemand das organisieren und finanziell unterstützen würde, wäre Unterseen wieder bereit, sich zu beteiligen», sagt Margot und schränkt gleichzeitig ein: «Auch bei gutem Willen müsste das Angebot schon in der nächsten Woche bei uns auf dem Tisch liegen.» Denn sonst wäre nicht mehr genügend Zeit, um auf Einsprachen wegen der Lärmbelästigung im Ortszentrum zu reagieren. Für eine Anpassung des Polizeireglements, die Veranstaltungen wie das Fanfest alle zwei Jahre erlauben würde, wäre es wohl ohnehin bereits zu spät. Claudius Jezella>

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