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Für Bauern fliesst mehr Geld

Seit den 80er-Jahren tragen Solothurner Bauern mit ökologischen Ausgleichsflächen zu einer erhöhten Artenvielfalt in der Natur bei. Dank höheren Bundessubventionen sind ökologische Leistungen künftig noch attraktiver.

Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler besucht gemeinsam mit Landwirt Erich Walker, Werner Wehrli vom Amt für Landwirtschaft und Bauernsekretär Peter Brügger (v.l.) eine subventionierte ökologische Ausgleichsfläche in Bettlach.
Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler besucht gemeinsam mit Landwirt Erich Walker, Werner Wehrli vom Amt für Landwirtschaft und Bauernsekretär Peter Brügger (v.l.) eine subventionierte ökologische Ausgleichsfläche in Bettlach.
Beat Mathys

Der Kanton Solothurn rührt dieser Tage kräftig die Werbetrommel für die ökologische Aufwertung der Landschaft. Am Dienstag hat der Regierungsrat die Verteilung der Gelder neu geregelt, am Mittwoch hat Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler vor den Medien erläutert, wie die Artenvielfalt im Kantonsgebiet erhalten und erweitert werden kann.Damit die Strategie von Bund und Kantonen aufgeht, sind die Landwirte gefordert. Sie müssen bereit sein, einen gewissen Prozentteil ihres Landes extensiv zu bewirtschaften. Das heisst, das Land wird für eine bestimmte Zeit nicht landwirtschaftlich bearbeitet und nicht gedüngt. So erhalten Insekten und andere Tiere und Pflanzen ein Stück Lebensraum zurück, der Bauer wird für diese ökologische Leistung in Form von Direktzahlungen entschädigt. «Der Bauer produziert also nicht mehr Lebensmittel, sondern Natur», sagte der Bettlacher Landwirt Erich Walker am Mittwoch an der Medienorientierung. Die Teilnahme an solchen Vernetzungsprojekten ist freiwillig.Kanton zahlt halbe MillionDieses und ähnliche Modelle kennt Solothurn – ein eigentlicher Pionierkanton auf diesem Gebiet – schon seit den 80er-Jahren. Neu ist, dass der Bundesrat mit den Beschlüssen zur Agrarpolitik 2011 die Beträge für solche ökologischen Leistungen markant erhöht hat. Für den einzelnen Landwirten erhöht sich dadurch der Anreiz, bei einem Vernetzungsprojekt mitzumachen.Bauernsekretär Peter Brügger rechnete vor: «Wenn ein Bauer in einem Vernetzungsprojekt eine Wiese extensiv bewirtschaftet, erreicht er ungefähr denselben Ertrag wie ein Bauer, der einen guten Weizenertrag einfährt.» Mit anderen Worten: «Der wirtschaftliche Anreiz ist eindeutig gegeben.» Das ist aber erst seit kurzem so. Früher erhielt ein Landwirt pro Hektar Land in einem Vernetzungsprojekt einen Zuschlag von 500 Franken auf die Direktzahlungen. Mittlerweile hat sich dieser Zuschlag auf 1000 Franken verdoppelt.In den nächsten sechs Jahren fliessen dadurch zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Franken nach Solothurn, der Kanton beteiligt sich mit 20 Prozent an den Kosten, was einer Summe von 400000 bis 600000 Franken entspricht.Sechs konkrete ProjekteDerzeit befinden sich im Kanton Solothurn sechs Vernetzungsprojekte in der Umsetzung. Unter Vernetzung versteht man die unmittelbare geografische Nähe zwischen landwirtschaftlich genutztem Ackerland und ökologischen Ausgleichsflächen. Früher befanden sich diese Flächen meistens in Randgebieten und vor allem in den Bergregionen des Juras. Mit den Vernetzungsprojekten wollen Bund und Kantone nun erreichen, dass die Ausgleichsflächen viel breiter gestreut sind und auch in den Talregionen Anklang finden.Bettlach: 30 machen mitEin erfolgreiches Vernetzungsprojekt ist jenes in Bettlach-Altreu. Unter der Trägerschaft der Regionalplanungsgruppe Grenchen Büren (Repla GB) wurde mittlerweile mit 30 Landwirten eine Vereinbarung für sechs Jahre abgeschlossen. Neben Weizenfeldern finden sich Buntbrachen, in denen diverse Tiere und Pflanzen einen Lebensraum finden.Ähnliche Projekte gibt es im Wasseramt, im Limpachtal, in Grenchen, Welschenrohr und Bättwil-Witterswil, weitere sollen folgen. Für Bauernsekretär Peter Brügger ist die Teilnahme an einem Vernetzungsprojekt für Landwirte auch deshalb eine Chance, «weil sie die Nahrungsmittel im Vergleich mit anderen Ländern nicht immer zu konkurrenzfähigen Preisen produzieren können».

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