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Unter einem Dach Zeit und Geld sparen

Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe haben mit dem Umzug nach Givisiez begonnen. Was bisher auf neun Standorte verteilt war, kommt nun unter ein gemeinsames Dach.

Nach fünf Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit ziehen die Freiburgischen Verkehrsbetriebe nun hier ein. Foto: Alain Wicht
Nach fünf Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit ziehen die Freiburgischen Verkehrsbetriebe nun hier ein. Foto: Alain Wicht

Andere Verkehrsbetriebe würden ihre Aufgaben auf mehrere Standorte aufteilen. Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) hingegen sind derzeit daran, sämtliche Aktivitäten an einem Ort in Givisiez zusammenzuführen. Dies sagte TPF-Direktor Vincent Ducrot an einer Medienkonferenz zu der Präsentation des neuen Sitzes.

Nach einer dreijährigen Bauzeit des 120 Millionen Franken teuren Komplexes (siehe Kasten) erfolgt der Umzug in diesem Halbjahr in Etappen. Im Dezember 2018 begann das Einrichten des Materiallagers für den Zugbetrieb.

Der Unterhalt der Züge konnte am 25. Februar in Givisiez den Betrieb aufnehmen. Ab Ende nächster Woche zieht die TPF-Verwaltung von Freiburg nach Givisiez um. Der Unterhalt und Reparaturen der TPF-Busse erfolgen ab 14. April am neuen Standort, jener der Regionalbusse ab 2. Juni. Die BLS, die ihren Unterhalt ebenfalls in Givisiez durchführt, beginnt damit im September. Am 20. September planen die TPF eine Einweihungsfeier.

Überall Optimierungen

Laut Ducrot ist das TPF-Projekt in Givisiez schweizweit einmalig. Nicht nur, weil es als Unterhaltszentrum für den Bahn- und Busbetrieb gleichzeitig dient, sondern auch, weil es von Anfang an ganz auf Optimierung ausgerichtet war. «Jeder einzelne Arbeitsprozess wurde unter die Lupe genommen und auf mögliche Optimierungen geprüft», so Vincent Ducrot. «Dazu wurden die Mitarbeiter in die Planung einbezogen. Sie konnten sich mit Vorschlägen einbringen.» Das Resultat davon ist laut dem Direktor folgendes: «Kein Mitarbeiter möchte in Zukunft noch am alten Platz arbeiten.»

Dank Erdwärme ist der TPF-Sitz energietechnisch autonom, und das verbrauchte Wasser wird in einer eigenen ARA zu 90 Prozent rezykliert. Verbesserte Betriebsabläufe führen dazu, dass trotz Amortisation und Zinsen für die Investitionen der TPF-Betrieb nicht teurer wird, als er bisher war. «Es war eine Bedingung unserer Auftraggeber, insbesondere des Bundes», so Ducrot.

Der TPF-Direktor präsentierte auf dem Rundgang zahlreiche Beispiele. So wird beim Anrollen eines Busses automatisch gemessen, ob der Luftdruck und das Profil der Reifen noch genügen. Weiter haben die TPF nun eine neue Pneuhalle, in der2000 Räder gelagert sind. Die Montage an einem Bus dauert in Zukunft noch fünf statt wie ­bisher zwanzig Minuten. Auch beim Waschgang der Busse wird Zeit gespart. Die Innenreinigung dauert viereinhalb Minuten, die Aussenreinigung zweieinhalb.

Auf den Zentimeter

Wenn die TPF-Busse ins neue Depot kommen, um gereinigt, repariert oder unterhalten zu werden, so geschieht fast alles automatisch. Ein Informationssystem lokalisiert jeden Bus auf dem Gelände zentimetergenau und weist dem Chauffeur mit einem eigens entwickelten Anzeigesystem den Weg, wohin er den Bus fahren muss. Automatisch werden 5000 Parameter an den Fahrzeugen kontrolliert, sodass das Lager und die Werkstatt bereit sind, bevor ein Bus überhaupt auf das Gelände rollt. Das Lager für Bahn und Bus umfasst laut Ducrot 110'000 Teile.

Auch der Unterhalt und die Reparatur von Zügen basieren auf neuster Technologie mit Hebevorrichtungen und Passerellen, dank der das Personal gleichzeitig unten und oben Arbeiten verrichten kann. Eindrücklich sind aber vor allem die Dimensionen. Sowohl für Busse wie für Züge sind die Arbeitspisten 100 Meter oder länger. Dies auch für 30 Meter lange Busse der Zukunft; die heutigen sind 18 Meter lang. Laut Ducrot ist das neue TPF-Zentrum bezüglich Kapazität auf das Jahr 2030 hinaus konzipiert, mit genügend Spielraum für noch mehr.

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