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Mehr Schutz für Fische

Die Fischbestände gehen zurück. Unter anderem wegen des Kormorans.

Könnten im Kanton Freiburg bald gejagt werden: Kormorane am Murtensee.
Könnten im Kanton Freiburg bald gejagt werden: Kormorane am Murtensee.
Urs Baumann

Die Freiburger Grossräte beschäftigten sich in der Vergangenheit mehrmals mit den Kormoranen und ihrem Einfluss auf den Fischbestand in den Seen. Nun hat der Staatsrat seine Antwort auf eine Motion von Grossrat Jean-Daniel Chardonnens (SVP, Fétigny) publiziert. Sie zielt auf eine Regulierung der Kormoranbestände im Kanton Freiburg und insbesondere auf dem Neuenburgersee.

Jagd erlauben

In seiner Antwort schreibt der Staatsrat, dass der Ertrag der Berufsfischerei im Neuenburgersee zwischen 2016 und 2018 um 65 Prozent sank. Jedoch sei der Grund für diesen Rückgang aus wissenschaftlicher Sicht nicht formell ermittelt. Der Staatsrat sieht nicht allein den Kormoran als Verantwortlichen, stattdessen nennt er mehrere mögliche Faktoren: ungünstige Reproduktionsbedingungen, die Nährstoffarmut im See, den Anstieg der Seewassertemperatur infolge der jüngsten Hitzewellen, eine höhere Mortalität in den jungen Alterskategorien und einen starken Druck durch Feinde wie den Kormoran.

Der Staatsrat erinnert zudem daran, dass sich die drei Kantone Freiburg, Waadt und Neuenburg derzeit über eine allfällige Jagd ab 2020 auf den Kormoran auf dem Neuenburger- und Murtensee befassen. Zudem solle durch eine Änderung der Jagdverordnung ein Spezialjagdpatent für die Berufsfischer geschaffen werden. Diese dürften dann in der Nähe ihrer Netze Abschüsse machen, um ihr Material zu schützen.

Abschliessend beantragt der Staatsrat in seiner Antwort, dass der Grossrat Chardonnens’ Motion für erheblich erklärt. Bei einer Annahme werde der Staatsrat prüfen, ob es zweckmässig sei, das Gesetz über die Jagd sowie den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel und ihrer Lebensräume hinsichtlich einer Entschädigung der vom Kormoran an den Fischereigeräten verursachten Schäden zu ändern.

Eine kantonale Direkthilfe für die Berufsfischer lehnt der Staatsrat hingegen ab. Es gebe derzeit keine rechtliche Grundlage für eine dauerhafte finanzielle Hilfe oder eine befristete Hilfe bis zu einer Entscheidung des Bundes. Zudem würde eine Finanzhilfe, die einzig auf wirtschaftlichen Erwägungen beruht, einen Präzedenzfall schaffen und Fragen aufwerfen zur Gleichbehandlung mit anderen Wirtschaftszweigen, die ebenfalls Schwierigkeiten bekundeten.

Der Staatsrat verweist auf andere Massnahmen zugunsten der Fischerei: Die Anzahl erlaubter Krebsreusen soll verdoppelt werden, und es soll für die Fischer eine Ausnahme geben für die Pflicht, die Fischerei hauptberuflich auszuüben. Jean-Daniel Chardonnens geht das zu lange: Es müsse jetzt gehandelt werden, um die gewerbliche Fischerei zu retten. Denn die von den Kormoranen verursachten Schäden würden immer grösser und führten zu erheblichen Umsatzeinbussen der Berufsfischer.

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