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Knochenmehl als Dünger

In der Knochenstampfe im Mühletal bei Wünnewil wurden über 100 Jahre lang Knochen gestampft und Dünger hergestellt.

Die Knochenstampfe an der Taverna im Mühletal.
Die Knochenstampfe an der Taverna im Mühletal.
Hans Ulrich Schaad

Von einer kleinen Staustufe wird das Wasser der Taverna durch einen schmalen Kanal zur Knochenstampfe geleitet. Auf halber Höhe des Wasserrades mit einem Durchmesser von vier Metern fällt es auf eine der 32 Schaufeln. Langsam dreht sich das Rad und produziert über einen Generator Strom für die Warmwasseraufbereitung auf dem Hof von Thomas und Margrit Winzenried.Von der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts bis spät in die 1980er-Jahre wurde nicht Strom produziert, in der Mühle wurden Knochen gestampft. Das Knochenmehl wurde als Dünger verwendet. 1922 wurde der Bauernbetrieb mit der dazugehörenden Knochenstampfe von Hans Winzenried, dem Grossvater der heutigen Besitzer, erworben. Bauern lieferten die Knochen mit Ross und Wagen an. Für die Landwirtschaftliche Genossenschaft Ueberstorf wurde auch Mais zu Mehl verarbeitet. Oft war die Mühle Tag und Nacht in Betrieb und war ein willkommener Zusatzverdienst zum Bauernbetrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Knochemehl immer mehr durch Kunstdünger ersetzt. Mehr als einmal kamen Düngerfabrikanten, um die Knochenstampfe zu kaufen und damit einen Konkurrenten auszuschalten. Doch Hans Winzenried blieb standhaft.

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