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fall h. s.

Die Taten des Sozialtherapeuten H.S. sollen Konsequenzen haben für den Heimalltag. Der in Interlaken wohnhafte H.S. hat zugegeben, in den letzten drei Jahrzehnten 114 meist geistig behinderte Kinder in Heimen sexuell ausgebeutet zu haben. Dieser grösste Missbrauchsfall im Kanton Bern wurde am 1.Februar publik. Im Kanton Bern sind folgende sechs Behindertenheime betroffen: Schlössli, Ins; Haus St.Martin, Oberthal; Haus Christofferus, Renan; Behindertenzentrum, Interlaken; Nathalie-Stiftung, Gümligen; Christophorus-Schule, Bolligen. Die Leitenden dieser Heime kommen nächste Woche zusammen. Zu dieser Sitzung lädt der Heimverband Bern ein. Das Ziel: Zwei Wochen nach dem Bekanntwerden des erschütternden Falls sollen die Heimleiter schildern, welche ersten Massnahmen sie getroffen haben, um künftig Übergriffe zu verhindern. Der nächste Schritt: In ein paar Wochen werden sich sämtliche 300 angeschlossenen Institutionen zu einer Vollversammlung treffen. Dort wird besprochen, wie der Austausch besser werden kann. Der Fall H.S. beweist, dass Handlungsbedarf besteht. So stellte sich heraus, dass der 54-Jährige von mehreren Heimen die Kündigung erhalten hatte, er aber trotzdem immer wieder eine neue Stelle fand – seine Arbeitszeugnisse waren geschönt. Gemäss Geschäftsführer Ueli Affolter prüft der Verband nun, eine interne Datenbank zu schaffen. Darin sollen Heimleitungen «sensible Vorkommnisse» wie Übergriffe festhalten. Bereits dies werde in Sachen Datenschutz eine Gratwanderung sein, sagt Affolter. Doch bis eine allfällige nationale schwarze Liste sämtliche politischen Hürden genommen habe, werde es Jahre dauern. «So lange wollen wir nicht warten.» Und: «So wie der Datenschutz heute geregelt ist, ist es schwierig, dass ein Fall wie jener von H.S. überhaupt auffliegen kann.»Katharina Merkle>

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