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«Es herrscht absolute Willkür»

grindelwaldDie Gebrüder Roth haben eine neue Liste mit 90 weiteren Verstössen gegen den Erstwohnungsanteilplan zusammengestellt. Unter den Hauseigentümern finden sich prominente Namen. Justizdirektor Christoph Neuhaus will die Liste prüfen.

Die Brüder Peter und Rudolf Roth aus Grindelwald, die den Erstwohnungsanteilplan-Skandal (Ewap) ins Rollen gebracht hatten, erheben neue Anschuldigungen gegen die Behörden. In einem Beitrag des Senders TeleBärn spricht Peter Roth von neunzig weiteren Verfehlungen gegen den Ewap im Gletscherdorf. Roths Vorwurf: «Die Gemeinde hat ihre Fehler aus der Vergangenheit nicht konsequent korrigiert. Etliche Nachtrageaktionen wurden nicht ausgeführt beziehungsweise gewisse Wohnungen wurden wegen angeblicher Komplexität gar nie untersucht.» Brisant an der Sache sei, dass es sich auch um Wohnungen von Politikern und anderen bekannten Persönlichkeiten handele. «Unter anderem konnten auch SVP-Grossrat Hugo Kummer, Ex-Gemeindepräsident Andreas Studer und sogar die Grüne Grossrätin Christine Häsler die Ewap-Bestimmungen umgehen», zählt Peter Roth auf und stellt das Prinzip der Gleichbehandlung durch die Behörden infrage. Schwere Vorwürfe, doch die Roths sind sich ihrer Sache sicher: «Wir können alles belegen, denn wir haben eine Liste mit 90 Wohnungen, bei denen die Bestimmungen nicht korrekt angewendet wurden.» Neuhaus will Liste einsehen Eben diese Liste möchte Regierungsrat Christoph Neuhaus einsehen und eingehend prüfen, bevor er sich zu den einzelnen Fällen äussern könne, wie Neuhaus auf Anfrage erklärt. Bezogen auf den Vorwurf der Bevorteilung von Politikern durch die zuständigen Gemeindebehörden, entgegnet der Regierungsrat: «Nicht jedes Haus ist gleich. Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde die Beurteilung korrekt handhabt und dabei nicht willkürlich handelt.» Grindelwalds Gemeindepräsident Emanuel Schläppi konnte infolge Ferienabwesenheit nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen. «Rechtsgleichheit verletzt» Peter Roth beharrt auf seiner Meinung: «Immer wieder hat der Gemeinderat Wohnungen aus den Ewap-Bestimmungen gelöscht und damit die Rechtsgleichheit verletzt.» Da herrsche absolute Willkür, man müsse offenbar einfach den richtigen Namen haben, um den Vorschriften zu entkommen, ist Peter Roth überzeugt. Eines scheint klar. Fortsetzung folgt.Claudius Jezella>

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