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Es fehlte der richtige Platz für T. H.

Nach dem Tötungsdelikt im Florapark im November 2008 leitete Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP) eine Untersuchung ein. Alt-Obergerichtspräsident Ueli Hofer musste die Frage klären, ob die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) die Täterin T.H. richtig behandelt und betreut hatten. Die damals 22-Jährige war seit 2002 Patientin der Jugendpsychiatrie-Klinik Neuhaus der UPD. Im August 2009 präsentierte Hofer die Resultate der Untersuchung. Er kam zum Schluss, dass die Verantwortlichen der UPD die Sorgfaltspflicht nicht verletzt haben und deshalb innerhalb der UPD kein Handlungsbedarf bestehe. Trotzdem zeigte der Bericht zwei gewichtige Probleme auf: Falsche Einschätzung des Risikos. In der Klinik Neuhaus war man mit der Täterin überfordert, ihre Gefährlichkeit wurde unterschätzt. Dies weil die Fachleute dazu fehlen: In der Jugendpsychiatrie der UPD gibt es keine forensische Abteilung, die sich mit der Einschätzung der Gefährlichkeit von Straftätern befasst. Zwar baut der Kanton zurzeit bei der UPD eine forensisch-psychiatrische Station. Diese geschlossene Abteilung mit 14 Plätzen ist aber für psychisch kranke und gewaltbereite Erwachsene. Bei jugendlichen Delinquenten will man bei der UPD in Zukunft frühzeitig Forensiker beiziehen. Keine geeignete Unterbringungsmöglichkeit. Es gibt in der Schweiz keine geschlossene Einrichtung für gewalttätige Jugendliche mit psychiatrischen Problemen. Darum kam T.H. zuerst in die Klinik Neuhaus und danach in die eigentlich Erwachsenen vorbehaltene Strafanstalt Hindelbank. Selbst wenn man die Gefährlichkeit von T.H. richtig eingeschätzt hätte, wäre eine geschlossene Unterbringung über Jahre nicht möglich gewesen. Im Sommer 2011 wird in Basel die erste Jugendforensische Abteilung der Schweiz eröffnet. Zudem bauen momentan vier Kantone geschlossene Anstalten für minderjährige Straftäter. Darunter in Neuenburg eine Institution für junge Frauen. azu>

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