Zum Hauptinhalt springen

«Erwarte gnadenlosen Kampf»

HandballReto Friedli ist der Antreiber im Team von Wacker Thun – auf und neben dem Platz. Er dürfte auch heute Abend, im Heimspiel gegen Fortitudo Gossau, nicht zu überhören sein.

Er ist nicht der talentierteste Spieler in den Reihen von Wacker Thun – trotzdem ist Reto Friedli einer, der auffällt, in jeder Partie – selbst dann, wenn er selber gar nicht auf dem Platz steht. Er fightet, motiviert, dirigiert und provoziert, dies immer in einer Lautstärke, dass auch die Zuschauer etwas davon haben. «Bereits vor dem Spiel macht er in der Garderobe immer am meisten Lärm», sagt Teamkollege Lukas von Deschwanden. «Vielleicht weil ich nicht ganz dicht bin», antwortet Reto Friedli, um dann anzufügen: «Nein, Spass beiseite, ich denke, es braucht diese Motivation und Power vor dem Spiel, sodass beim Anpfiff jeder einzelne Spieler zu hundert Prozent bereit ist.» Zuletzt war dies Wacker Thun nicht immer. Zwar haben die Oberländer am Mittwochabend in Stäfa zum ersten Mal seit dem 17.November (29:19-Heimsieg gegen Pfadi Winterthur) in der Meisterschaft wieder gepunktet, allerdings kam das 35:35 beim Tabellenzehnten Stäfa einer Niederlage gleich. Das sieht auch Friedli so: «Der Punktverlust in Stäfa war sicher nicht budgetiert.» Aussenseiter wird Favorit Insbesondere in der Defensive offenbarten die Thuner in Stäfa grosse Defizite. «Wir kassieren zu viele einfache Tore», sagt Friedli. Einige davon mussten sich die Spieler vor dem gestrigen Training noch einmal auf Video ansehen. Eine, hoffentlich lehrreiche, Strafaufgabe. Wieso es Wacker nicht mehr so gut wie zu Beginn der Saison läuft, als die Thuner zwischenzeitlich vom zweiten Tabellenrang grüssten, kann sich auch Friedli nicht eindeutig erklären. «In der Hinrunde hat uns sicher der eine oder andere Gegner unterschätzt, und vielleicht liegt uns die Rolle des Aussenseiters besser als jene des Favoriten», mutmasst der 22-Jährige. Friedli vor mehr Einsatzzeit Aussenseiter werden die Thuner aber auch in den kommenden Spielen nicht sein. Umso mehr werden die Motivationskünste von Friedli gefragt sein. Diese dürften in naher Zukunft noch häufiger auf dem Spielfeld und nicht von der Spielerbank aus erfolgen. Der Grund ist ein unerfreulicher. Philipp Buri hat sich am Montag im Training am Finger verletzt. Er wurde bereits operiert – dürfte aber mehrere Wochen ausfallen. Damit verpasst der Nationalspieler am 9.März auch das vorentscheidende EM-Qualifikationsspiel mit der Schweiz gegen Weissrussland. «Das ist ein Verlust fürs Team», sagt Friedli, fügt aber gleich kämpferisch an: «Jetzt müssen halt ich und Claudio Badertscher die Lücke auf der Position des Kreisläufers schliessen.» Eine Reaktion ist gefordert Abseits des Spielgeschehens ist Reto Friedli ein ruhiger Zeitgenosse. Einer, der sich nach schlechten Spielen viele Gedanken macht. «Man gibt viel für den Verein, also will man auch gewinnen – auch fürs Publikum.» Diesem verspricht er vor dem heutigen Spiel gegen Fortitudo Gossau (17.00, Lachenhalle): «eine klare Steigerung in der Defensive und einen gnadenlosen Kampf». Das letzte Heimspiel gegen Gossau hat Wacker Thun in der letztjährigen Abstiegsrunde mit 31:34 verloren. Trainer Martin Rubin sprach damals von einer «peinlichen Vorstellung». Auch damals stand Reto Friedli in der Startformation, weil sich Philipp Buri kurz zuvor verletzt hatte. «Ich halte nichts von schlechten Omen», sagt Friedli. «Das ist eine neue Saison, eine Saison, in welcher wir die Finalrunde erreichen werden.»Raphael Hadorn>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch