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Erbe löst Reform aus

Der Kirchgemeindeverband Oberaargau geht neue Wege: Als erster im

Alles begann damit, dass der kirchliche Bezirk Oberaargau 120000 Franken erbte – und diese nicht im Sinne des Erblassers einsetzen konnte. Das veranlasste den Vorstand dazu, eine Revision des Organisationsreglements in die Wege zu leiten. Heute Abend wird der Vorstand an der Herbstbezirkssynode über das neue, am 1.Januar 2011 in Kraft tretende Reglement orientieren. Künftig wird der Bezirk seine Aufgaben – als erster im Kanton Bern – als Gemeindeverband wahrnehmen. Wohin mit dem Erbe? Bisher ist er dem Kirchengesetz unterstellt. Das bringt offenbar Lücken im Reglement mit sich: Viel mehr, als dass der Vorstand über eine Ausgabenkompetenz von 5000 Franken verfüge, regle es nicht, sagt Adrian Berthoud, der den Bezirk bis Mai 2009 präsidierte. Weder der Umgang mit Initiativen und Referenden noch die Frage, wie über Anträge und Gegenanträge abgestimmt werden müsse, sei geregelt. Doch dazu hätte sich der Vorstand vor drei Jahren klare Regelungen gewünscht. Denn auf der Suche nach der richtigen Verwendung für 120000 Franken waren sich die Kirchgemeinden nicht einig. Das Geld hatte der Bezirk vom Gemeindeverband Jugendberatung Oberaargau geerbt. Nachdem Contact Netz im Oberaargau die Jugendberatung übernommen hatte, wurde der Verband 2005 aufgelöst und sein Vermögen – wie in den Statuten festgeschrieben – dem kirchlichen Bezirk vermacht. Laut Berthoud habe der Erblasser gewünscht, dass das Geld im Falle der Verbandsauflösung «für Aufgaben im Bereich der Jugend» zu verwenden sei. Sozialdienst abgelehnt Alle möglichen Ideen habe der Vorstand geprüft, schliesslich sei er mit dem Vorschlag an die Bezirkssynode gelangt, an den Berufsschulen in Langenthal einen kirchlichen Sozialdienst einzurichten. Doch laut dem damaligen Protokoll haben zwei Drittel der Gemeinden «ihre Unterstützung verweigert». Sie beschlossen vielmehr, das Erbe sei den einzelnen Kirchgemeinden anteilmässig auszuzahlen. Im Zusammenhang mit diesem Geschäft habe der Vorstand des Bezirks gemerkt, wie unbefriedigend es sei, wenn die 21 Kirchgemeinden dem Gemeindegesetz unterstellt seien, der kirchliche Bezirk aber nach anderem Recht funktioniere, sagt Berthoud. Das neue Reglement sei straffer, zeitgemässer und enthalte neu auch klare Regeln etwa zur Ausstandspflicht und zu den Stellvertretungsmöglichkeiten, erklärt der aktuelle Präsident Fritz Bigler weiter. Sämtliche Kirchgemeinden haben dem Reglement zugestimmt. Susanne Graf>

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